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Deutscher Fernsehpreis : Farbiges Programm im Schwarz-Weiß-Fernsehen

  • Aktualisiert am

Deutscher Fernsehpreis: Defilee der TV-Schönheiten Bild: AP

Friedrich Nowottny, der frühere WDR-Intendant, hat aus der Hand von Bundespräsident Köhler den Deutschen Fernsehpreis erhalten. Als beste Schauspieler wurden Jan Fedder und Dagmar Manzel geehrt.

          2 Min.

          Das Medium Fernsehen hat am Freitag abend seine besten Darsteller gekürt: Der Deutsche Fernsehpreis geht in diesem Jahr in der Kategorie beste Schauspielerin an Dagmar Manzel (48) für ihre Rollen in den Filmen „Als der Fremde kam“ (ARD) und „Die Nachrichten“ (ZDF). Als bester Schauspieler wurde im Kölner Coloneum Jan Fedder (51) für seinen Film „Der Mann im Strom“ (ARD) nach dem Roman von Siegfried Lenz geehrt. Den Ehrenpreis der Stifter erhielt der frühere WDR-Intendant Friedrich Nowottny (77). Die Laudatio für den langjährigen Berichterstatter über die Bundespolitik hielt Bundespräsident Horst Köhler.

          Wegen Köhlers Ankunft waren starke Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. Mehr als 120 Sicherheitsleute und Mitarbeiter des Bundeskriminalamts überprüften jeden Gast. Über den roten Teppich flanierten vor Beginn der Show viele Showstars, Schauspieler und Moderatoren, unter anderem Gudrun Landgrebe, Estefania Küster, Ulrich Wickert, Natalia Wörner, Peter Kloeppel, Helge Schneider, Hannelore Hoger, Jan Josef Liefers, Anne Will, Günther Jauch, Harald Schmidt, Bastian Pastewka, Oliver Geißen und Hugo Egon Balder.

          Farbfernsehen zu schwarz-weißen Zeiten

          Bundespräsident Köhler würdigte den ehemaligen WDR-Intendanten Nowottny in seiner Laudatio mit den Worten: „Als Sie mit dem ,Bericht aus Bonn' auf Sendung gingen, da war die Fernsehwelt in Deutschland
          noch schwarz-weiß beziehungsweise was Politisches anging, gelegentlich ziemlich grau in grau. Bei Ihnen dagegen wurde man den Eindruck nicht los, man hätte schon Farbfernsehen.“ Der „Bericht aus Bonn“ sei rasch zu einem Vorbild „für unaufgeregten, aufgeklärten und aufklärerischen politischen Journalismus“ geworden. Nowottny habe komplexe Sachverhalte so verständlich dargestellt und hinterfragt, daß er sich damit bleibende Verdienste um die politische Kultur in unserem Land erworben habe.

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          Dagmar Manzel konnte sich in ihrer Kategorie gegen Iris Berben und Christiane Hörbiger durchsetzen, die beide nicht bei der Verleihung anwesend waren. Fedder siegte gegen Harald Schrott und Herbert Knaup. Die beste Serie war in den Augen der Jury die ARD-Produktion „Türkisch für Anfänger“. Den Preis für die beste Moderation einer Informationssendung heimste Anne Will mit den ARD-„Tagesthemen“ ein. Als bester Fernsehfilm konnte sich der ZDF-Zweiteiler „Dresden“ gegen „Die Luftbrücke“ (Sat.1), „Der Mann im Strom“, „Meine verrückte türkische Hochzeit“ (ProSieben) und „Die Nachrichten“ (ZDF) durchsetzen.

          Die beste Unterhaltungssendung war in den Augen der Jury Günther Jauchs WM-Special von „Wer wird Millionär?“ mit dem prominenten Gast Hape Kerkeling. Die gelungenste Sportsendung boten Johannes B. Kerner, Urs Meier und Jürgen Klopp mit ihrer Fußball-WM-Moderation. Als bester Regisseur wurde Matti Geschonneck für „Die Nachrichten“ und „Die Silberhochzeit“ geehrt.

          Die Preisträger des Deutschen Fernsehpreises 2006

          Der Deutsche Fernsehpreis 2006 wird in insgesamt 21 Kategorien vergeben. Hinzu kommen der Ehrenpreis der Stifter sowie zwei mit jeweils 15.000 Euro dotierte Förderpreise.

          Bester Schauspieler Fernsehfilm: Jan Fedder („Der Mann im Strom“, ARD)
          Beste Schauspielerin Fernsehfilm:
          Dagmar Manzel („Die Nachrichten“, ZDF, „Als der Fremde kam“, ARD)
          Bester Schauspieler Nebenrolle:
          Ulrich Noethen („Die Luftbrücke“, Sat.1)
          Beste Schauspielerin Nebenrolle:
          Gisela Schneeberger („Die Silberhochzeit“ und „Leo“, beide ARD)
          Beste Sitcom:
          „Pastewka“ (Sat.1)
          Beste Serie:
          „Türkisch für Anfänger“ (ARD)
          Beste Informationssendung:
          „ZDF spezial: Krieg ohne Ende“ (ZDF)
          Beste Dokumentation:
          „Die Nacht der großen Flut“ (ARD)
          Beste Reportage:
          „Und Du bist raus“ (ARD)
          Beste Comedy:
          „Bei Krömers“ mit Kurt Krömer (ARD/RBB)
          Beste Regie Fernsehfilm:
          Matti Geschonneck („Die Nachrichten“, ZDF, „Die Silberhochzeit“, ARD)
          Bestes Buch Fernsehfilm:
          Christian Jeltsch für „Bella Block: Das Glück der anderen“ (ZDF)
          Beste Ausstattung (Fernsehfilm):
          Christian Kettler und Verena Sapper für „Unter Verdacht: Willkommen im Club“ (ZDF)
          Beste Ausstattung (Bühnenbild):
          Florian Wieder unter anderem für „Sabine Christiansen“ (ARD), Let's
          Dance“ (RTL) und „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL)
          Beste Kamera:
          Judith Kaufmann für „Bella Block: Die Frau des Teppichlegers“ (ZDF)
          Bester Schnitt:
          Georg Söring für „Meine verrückte türkische Hochzeit“ (ProSieben)
          Beste Musik:
          Fabian Römer für „Tatort: Schneetreiben“ (ARD)
          Beste Moderation Information:
          Anne Will für „Tagesthemen“ (ARD)
          Beste Sportsendung:
          Fußball-WM 2006 im ZDF mit Jürgen Klopp, Urs Meier und Johannes B. Kerner (ZDF)
          Bester Fernsehfilm/Mehrteiler:
          „Dresden“ (ZDF)
          Beste Unterhaltungssendung:
          „Wer wird Millionär? Prominentenspecial zur WM 2006 mit Günther Jauch und Hape Kerkeling“ (RTL)
          Förderpreise:
          Rosalie Thomass für „Polizeiruf 110: Er sollte tot“ (ARD), Tamara Milosevic für „Zur falschen Zeit am falschen Ort“ (SWR)
          Ehrenpreis der Stifter:
          Friedrich Nowottny

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