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Deutsche in Hollywood : Den Traum leben, ohne Nachhilfe

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Auch mit dem im Januar plötzlich verstorbenen Produzenten Bernd Eichinger, der in seinen letzten Lebensjahren zwischen München und Los Angeles pendelte, teilte Petersen neben gemeinsamen Projekten („Die Konsequenz“, „Die unendliche Geschichte“) jahrzehntelang Privates. „Im Leben hat man vielleicht drei oder vier enge Freunde. Bernd war einer davon“, meint Petersen.

Networking mit deutschen Landsleuten scheint nicht jedem zu liegen

Da Eichinger aber kaum in Hollywood drehte, scheint die Lücke, die er in den Vereinigten Staaten hinterlässt, kleiner als in Deutschland. Vermutlich fand sich sein Name daher auch nicht auf der In-memoriam-Liste, mit der die Academy of Motion Picture Arts & Sciences während der Oscar-Zeremonie jedes Jahr die Verstorbenen der Filmbranche ehrt. „Er genoss hier das beste Image, zählte aber nicht zu den bekannteren Persönlichkeiten“, weiß Petersen.

Bei der jährlichen Oscar-Party des Filmvermarkters German Films in der Villa Aurora auf den Hügeln von Pacific Palisades, wo einst Lion Feuchtwanger lebte, gehörte Eichinger dagegen zu den prominentesten und vor allem unterhaltsamsten Gästen. Sobald der Produzent mit seiner Frau Katja das imposante Anwesen betrat, um bei Roederer-Champagner und Bratwursthäppchen die deutschsprachigen Oscar-Nominierungen zu feiern, keimte unter den anwesenden Filmschaffenden aus der alten Welt zumindest ein leises Gefühl der Verbundenheit auf.

Das Networking mit deutschen Landsleuten scheint aber nicht jedem zu liegen. In den vergangenen Jahren haben vor allem Schauspieler wie der Dessauer Thomas Kretschmann („U-571“, „Blade II“, „Der Pianist“, „King Kong“), der seit mehr als zehn Jahren in Los Angeles lebt, oder seine niedersächsische Kollegin Diane Kruger, früher Heidkrüger, die in Petersens „Troja“ dank akzentfreiem Englisch als Helena auftrat und mit Quentin Tarantino „Inglourious Basterds“ drehte, einen Bogen um das einstige „Weimar am Pazifik“ gemacht. Auch Armin Mueller-Stahl, der nur ein paar Hügel von der Villa Aurora entfernt wohnt, pflegt kaum Kontakte zu der deutschen „film community“. Über den Film „Das Geisterhaus“, den er mit Eichinger und Emmerich als Produzenten drehte, und sehr sporadischen Abendessen mit Petersen soll die Zusammenarbeit in zwei Jahrzehnten nicht hinausgekommen sein.

„Stammtischmentalitäten liegen mir nicht so“

Auch „Hollywood’s next German generation“ hat wenig Bedürfnis nach Verbindungen zu anderen deutschstämmigen Filmschaffenden. Der Berliner Jochen Alexander Freydank, der vor zwei Jahren mit einem Academy Award für den Kurzfilm „Spielzeugland“ ausgezeichnet wurde, hat während eines dreimonatigen Stipendiums in der Villa Aurora im vergangenen Jahr bewusst ein wenig Abstand gehalten. „Stammtischmentalitäten liegen mir nicht so“, meinte der Filmemacher, der Deutschland trotz Verhandlungen mit amerikanischen Produktionsfirmen weiterhin treu bleiben will. Während sich frühere Besucher der Feuchtwangerschen Villa wie Thomas und Heinrich Mann sowie Bertolt Brecht, die als Flüchtlinge oder Vertriebene aus Hitler-Deutschland nach Kalifornien gekommen waren, regelmäßig in Pacific Palisades trafen, scheint sich der kreative Austausch der „German community“ heute überholt zu haben.

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