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Amtsgericht München : Deutlich mehr beschlagnahmte Führerscheine wegen E-Scooter-Fahrten

  • Aktualisiert am

Wenn E-Scooter-Fahrer auf die Polizei treffen, müssen sie im Anschluss immer häufiger ohne Führerschein auskommen. Bild: dpa

Nach dem Kneipenbesuch fix mit einem E-Scooter nach Hause? Riskant, denn es gelten dieselben Alkoholgrenzen wie für Autofahrer. Das haben nun Hunderte Münchner zu spüren bekommen.

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          Die Zahl der einkassierten Führerscheine ist in München im vergangenen Jahr drastisch gestiegen. Das Amtsgericht zog 1157 Fahrerlaubnisse ein, 2018 waren es nur 736 gewesen. Der Anstieg um 57 Prozent geht nach Angaben der Richter vor allem auf Verkehrskontrollen von E-Scooter-Fahrern zurück.

          Vielen sei gar nicht bekannt, dass auf den Elektro-Rollern die gleichen Alkoholgrenzen gelten wie hinterm Steuer eines Autos. Denn im Gegensatz zum Fahrrad gilt der Scooter als Kraftfahrzeug. Immer wieder seien zwei, manchmal sogar drei Fahrer auf einem einzigen Scooter unterwegs. Dann gelten laut Justiz alle gleichermaßen als Fahrzeugführer.

          Bayernweite Zahlen gibt es nach Angaben des Innenministeriums noch nicht. „Wir gehen davon aus, dass die E-Scooter-Thematik vor allem dort relevant ist, wo es entsprechende Anbieter von Miet-E-Scootern gibt, also in den bayerischen Ballungsräume“, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

          Der heftige Anstieg in München hatte sich schon während der letzten Wiesn angedeutet. Bei Alkoholfahrten rund um das Oktoberfest gab es einen Rekord: 774 Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss wurden gestoppt – 414 von ihnen auf E-Scootern. Bei 469 Verkehrsteilnehmern wurde der Führerschein sofort sichergestellt, davon waren 254 E-Scooter-Fahrer. Viele betrachteten die Fahrzeuge nicht als ernstzunehmendes Verkehrsmittel, sondern als ein Lifestyle-Produkt oder Spielzeug, hatte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins damals gesagt.

          2018 hatte die Polizei zur Wiesn nur 332 Alkoholfahrten und 192 sichergestellte Führerscheine gezählt. Da spielten die Scooter aber noch keine Rolle. Am 15. Juni 2019 war die sogenannte Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung in Kraft getreten, wodurch die Tretroller für den Straßenverkehr zugelassen wurden.

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