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Thailändischer Kronprinz : Dahoam is Dahoam für Maha Vajiralongkorn

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Maha Vajiralongkorn lebt zwar in Bayern, tritt aber bald die thailändische Thronfolge an. Bild: AFP

Die Bayern lieben ihren Adel. Dazu gehört auch der thailändische Kronprinz Maha Vajiralongkorn. Er wohnt seit einigen Jahren am Starnberger See – wenn auch nicht so prunkvoll wie sein royaler Vorgänger im Freistaat.

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          Bayern freut sich auf einen neuen König. Zwar soll Kronprinz Maha Vajiralongkorn nicht in Bayern, sondern in Thailand den Thron besteigen. Aber der Freistaat ist in den vergangenen Jahren eine zweite Heimat für ihn geworden, schließlich haben die Bayern ein Herz für Monarchen und ihre Vorlieben. Auch wenn sich die Zeiten ändern: Das Anwesen, das sich der thailändische Kronprinz in diesem Sommer in Tutzing am Starnberger See zugelegt hat, wäre für Ludwig II. allenfalls als Pförtnerhäuschen in Betracht gekommen. Und niemand hätte sich erdreistet, Grundstück (5600 Quadratmeter) und Wohnfläche (1500 Quadratmeter) zu vermessen – geschweige denn zu notieren, dass Peter Maffay und Leslie Mandoki in der Nachbarschaft wohnen.

          Aber schlecht ergeht es royalen Nachfolgern immer noch nicht in Bayern. Liebevoll ist in den vergangenen Jahren festgehalten worden, wie viele Erdbeeren der thailändische Kronprinz auf einem Feld zum Selberpflücken in Sandharlanden in Niederbayern erntete – unter Mithilfe des kleinen Hofstaats, der ihn begleitete. 60 Kilogramm kamen zusammen, die in Holzkörben abtransportiert wurden. Auch seine Besuche in Gärtnereien und in einem auf Holzspielzeug und Modellautos spezialisierten Geschäft in Wasserburg wurden von den Chronisten vermerkt.

          Royale Leichtigkeit des Seins

          Und mit einigem Vergnügen wurde das durchaus körperbetonte Outfit, mit dem der Kronprinz kürzlich am Flughafen München eintraf, wahrgenommen. Bayern wissen, dass sich königliche Kleidung nicht nach der bürgerlichen Etikette richtet: Was republikanische Kleingeister für ein „bauchfreies Top“ des Kronprinzen hielten, war eine royale Leichtigkeit des Seins unter weiß-blauem Himmel.

          Zugegeben: Zuweilen lassen es auch die Bayern an Respekt gegenüber ihren Monarchen fehlen. Ludwig III., der ein Faible für Ackerbau und Viehzucht hatte, wurde als „Millibauer“ verspottet. Bei Kronprinz Maha Vajiralongkorn wurde vor fünf Jahren das Flugzeug, mit dem er nach München kam, gepfändet. Ein deutscher Insolvenzverwalter nahm Zugriff auf die Maschine der königlich thailändischen Luftwaffe – wegen eines Rechtsstreits über einen Straßenbau in Thailand. Nach Hinterlegung einer Bürgschaft konnte das Flugzeug wieder abheben – und der Kronprinz ließ sich seine Freude an der bayerischen Lebensart nicht verderben. Mit seiner baldigen Thronbesteigung werden in Bayern nun Hoffnungen wach, dass der Schlösserbau Ludwigs II. fortgesetzt und die Villa in Tutzing um ein thailändisches Neuschwanstein ergänzt wird.

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