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Nobelpreisträger Peter Grünberg : Der „Alte“ lernt noch gerne von den Jungen

Immer noch neugierig: Peter Grünberg Bild: ddp

Nach Erkenntnis streben, hinter die Dinge blicken - dieser beruflichen Maxime folgt Peter Grünberg mit derartiger Hingabe, dass er die einfachen Dinge des Alltags nicht selten vergisst. Manfred Lindinger würdigt den neuen deutschen Nobelpreisträger in Physik.

          Er ist das Musterbeispiel des erfolgreichen Wissenschaftlers. Den öffentlichen Rummel scheuend, wirkt er leicht zerstreut und gedankenverloren, wenn Peter Grünberg schmunzelnd über die jüngsten Erkenntnisse oder seine eigenen Entdeckungen aus dem Jahre 1988 berichtet.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Der Physiker vom Forschungszentrum Jülich hat etwas erreicht, das nur wenigen seiner Kollegen vergönnt ist und bei Forschungsministern auf helle Begeisterung stößt. Seine Forschungsergebnisse haben innerhalb kürzester Zeit zu einer Innovation geführt, die die gesamte Computertechnik revolutionierte.

          Bedeutung seiner Entdeckung geahnt

          Als Grünberg 1988 aus Zufall auf den Effekt des Riesenmagnetowiderstandes stieß, ahnte er zwar schon um die Bedeutung seiner Endeckung. Er hätte sich aber wohl kaum erträumt, dass in jedem modernen Schreiblesekopf einer Computerfestplatte seine Forschungsergebnisse stecken. Für Grünberg, der am 18. Mai 1939 in Pilsen in der heutigen Tschechischen Republik geboren wurde und nach dem Krieg mit seiner Familie nach Deutschland ausgesiedelt wurde, in Frankfurt und Darmstadt studierte, ist die Physik schon immer mehr als nur reine Berufung gewesen, eher schon eine Herzensangelegenheit.

          Auf die Frage, was bei ihm das Interesse an der Naturwissenschaft geweckt habe, erzählt Grünberg gerne sein Schlüsselerlebnis: „Ich hatte mich schon als Kind gefragt, wie das wohl kommt, dass sich die Planeten um die Sonne kreisen.“ Sein Physiklehrer gab ihm schließlich die Erklärung, und aus der Erkenntnis, dass letztlich die Schwerkraft dafür verantwortlich sei und Isaac Newton diese Zusammenhänge herausgefunden habe, sei seine große Neugier an der Physik gewachsen. Und dieses Interesse hat bei ihm trotz seiner 68 Jahre nicht nachgelassen. Noch heute kommt der „Alte“ - wie man ihn manchmal nennt - regelmäßig ins Forschungszentrum um von den „Jungen“ zu lernen, wie er selbst sagt.

          Hinter die Dinge blicken ...

          Der Nobelpreis für Physik ist die Krönung einer Reihe von Auszeichnungen, die ihm in den vergangenen Jahren zu Teil wurden. So erhielt er 1998 den „Zukunftspreis des Bundespräsidenten“, 2006 wurde er zum „Europäischen Erfinder des Jahres“ gekürt, und dieses Jahr sind ihm bereits der renommierte Japan-Preis und die Stern-Gerlach-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) verliehen worden.

          Nach Erkenntnis streben, hinter die Dinge blicken - seine Maxime verfolgt er mit Hartnäckigkeit und langem Atem. Dann kann er alles andere in seinem Leben ausblenden, so dass vieles zu kurz kommt. Dann sei er froh, dass seine Frau an viele Dingen denkt - wie den Frack zum Beispiel, den er am 10. Dezember in Stockholm tragen wird.

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