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DDR-Flüchtlinge in Ungarn : „Die Leute waren natürlich schwer unter Stress“

Sommer 1989: Im Garten der Pfarrei Zugliget in Budapest bekommen Flüchtlinge aus der DDR zu Essen. Bild: AP

Wolfgang von Schmettau leitete im September 1989 ein Auffanglager für DDR-Flüchtlinge in Budapest. Im Interview erzählt er von Baracken mit Stockbetten aber ohne Bettwäsche, fehlenden Sprachkenntnissen und Deutschen, die Besteck klauten.

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          Herr Schmettau, vor 30 Jahren wurde die entscheidende Bresche in den Eisernen Vorhang gebrochen: Am 10. September 1989 öffnete das reformkommunistische Regime in Ungarn seine Grenzen für alle. Tausende Deutsche aus der DDR waren da bereits in Budapest und warteten in Auffanglagern darauf, in den Westen ausreisen zu dürfen. Sie leiteten eines dieser Lager. Wie war es dazu gekommen?

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Ich hatte in der Zeitung verfolgt, dass mehr und mehr Urlauber aus der DDR in Ungarn sich weigerten, nach Hause zu fahren. Ich habe beim Malteser Hilfsdienst, für den ich früher humanitär in Thailand gearbeitet hatte, angerufen und gefragt: Braucht ihr Hilfe? Dann hieß es: Ja, setz dich in den Zug, fahr nach Budapest und melde dich in der Pfarrei Zugliget. Dort ist die Anlaufstelle für DDR-Bürger. Die können Helfer brauchen und teilen dich ein.

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