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David LaChapelle : Hauptsache, es sieht gut aus

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Angelina Jolie hat Frühlingsgefühle: „Lusty Spring” Bild: David LaChapelle, Taschen Verlag

Angelina Jolie als Genießerin, Björk im Asia-Look, Lil' Kim als Gummipuppe oder Pamela Anderson als Küken. Der Fotograf David LaChapelle hat in seinen Bilder alles über die Popkultur gesagt, was er zu sagen hatte. Jetzt setzt er sich auf Hawaii an den Strand.

          Der Popstarfotograf David LaChapelle ist inzwischen selbst ein Popstar. Er hat den Pop ernst genommen, der Pop hat ihn groß gemacht. Er hat die Ikonen der Popkultur in grelles Licht gesetzt und dabei zugleich die Nachtseiten dieser Bewußtseinsindustrie gnadenlos ausgeleuchtet. LaChapelles Bilder sind depressive Schübe in Bonbonpapier. Der Betrachter sieht einen Albtraum und denkt sich: „Sieht geil aus, so einen will ich auch.“

          Britney Spears als Hot-Dog-Verkäuferin, Courtney Love als Marienfigur, Lil' Kim als Gummipuppe oder seine bevorzugte Muse Pamela Anderson, die aus einem Ei schlüpft - LaChapelles digital aufgehübschte Bilder wirken wie eine ironische Kritik am Pop-Kapitalismus und sind doch immer nur eine krasse Form der Affirmation. Er unterwandert nichts, er tut nur so. „Artists and Prostitutes“ heißt einer seiner Bildbände. Kaum jemand torkelt auf dem schmalen Grat zwischen Kunst und Prostitution so elegant daher wie LaChapelle, zu dessen Portfolio auch ein bemerkenswert platter Kino-Werbespot für H&M gehört. In LaChapelles Welt ist Porno der bucklige Verwandte aller großen Kunst. Den „Fellini der Fotografie“ hat die „New York Times“ diesen Mann genannt.

          Madonna ist manchmal ein „bißchen schwierig“

          Seine Fotos erscheinen in schöner Regelmäßigkeit auf den Titelseiten großer Magazine. Wen LaChapelle nicht fotografiert hat, der kommt im Kanon des Pop im frühen 21. Jahrhundert nicht vor. Er kann es sich leisten, keine Lust zu haben, ein Video mit Madonna zu drehen, weil er findet, die sei manchmal „ein bißchen schwierig“. LaChapelle bittet zum Interview in die Berliner Filiale einer Herzogenauracher Turnschuhfirma, die mit ihm „kooperiert“. Die Kooperation sieht so aus, daß LaChapelle vor dem Logo der Firma zum Interview Platz nimmt und ein Paar Schuhe aus der aktuellen Kollektion trägt. So ähnlich sieht es aus, wenn die Sportschau nach einem Bundesliga-Spiel den Trainer interviewt. Die Friedhelm-Verfunkelung der Kunst. Im Gegenzug hängen im Hinterzimmer des Schuhgeschäfts jetzt vier Wochen lang LaChapelle-Bilder.

          Futuristisch: „An Image of Some Bright Eternity”

          LaChapelle trägt eine Schiebermütze und hat ein Buch dabei: Perry Andersons „The Origins of Postmodernity“. Es ist zerlesen, fast jede Seite mehrfarbig unterstrichen. „Das ist das Problem an Büchern über die Postmoderne“, sagt LaChapelle, „man unterstreicht alles, aber man kapiert es trotzdem nicht.“Sein neuester Bildband heißt „Heaven to Hell“. Auf einer ganzen Reihe von Bildern spielt LaChapelle mit biblischer Symbolik. Ob er religiös ist? Er weicht der Frage aus. „Die Kirche steht bei mir ja schon im Namen“, sagt er und ja, Jesus sei ein Popstar, deswegen zeige er ihn auch so. Allerdings mache er sich keinesfalls über ihn lustig. „Ich mache mich nie lustig über die Leute in meinen Bildern, ich respektiere sie.“

          „Sorg dafür, daß es gut aussieht“

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