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Anfragen nach Wegbeschreibung : Was die Nutzerdaten von Apple verraten

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Auf Kurs: Wege findet das Smartphone schon jetzt. Bald spürt es auch verlorene Dinge auf. Bild: dpa

Halten sich die Menschen im Kampf gegen die Corona-Pandemie an die Ausgangsbeschränkungen? Apple verweist dazu auf die Anfragen an seinen Kartendienst.

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          Weltweit sollen die Menschen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zuhause bleiben. Klappt das? Um Anhaltspunkte zum Erfolg der Ausgangsbeschränkungen zu liefern, veröffentlicht nun auch Apple Mobilitätstrends aus seinem Kartendienst. Grundlage ist die Anzahl der Anfragen nach Wegbeschreibungen in den Apple-Karten, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Dargestellt werden die Daten ab dem 13. Januar dieses Jahres.

          In Deutschland sind die Anfragen demnach Stand Ostermontag um 46 Prozent zurückgegangen. In den einzelnen Städten schlüsselt Apple auch nach Fuß- und Autoverkehr auf: So gab es in Frankfurt 60 Prozent weniger Anfragen von Fußgängern, bei Autofahrern waren es 55 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung verzeichnet Berlin. In Hamburg fielen die Einbrüche mit 49 bzw. 47 Prozent geringer aus. Dort liegen auch Daten für den Nahverkehr vor, für den es 44 Prozent weniger Anfragen gab.

          In Paris, wo sich die Bevölkerung nur im Radius von einem Kilometer um den Wohnort bewegen darf, beträgt der Einbruch bei den Fußgängern sogar 92 Prozent, beim Autoverkehr sind es immerhin 86 Prozent. Noch etwas höher fallen die Zahlen mit mit 94 bzw. 90 Prozent in der italienischen Hauptstadt Rom aus. Dort sind Spaziergänge und Sport ebenfalls nur in der unmittelbaren Nähe zur Wohnung erlaubt, eine Wegbeschreibung braucht man da wohl eher nicht.

          Die Daten erfassen laut Apple größere Städte sowie 63 Länder und Regionen. Trends für den öffentlichen Nahverkehr gibt es entsprechend nur in den Städten, in denen die Routen in Apples Kartendienst eingebunden sind. Laut dem Unternehmen werden die Daten, wie Suchbegriffe, Navigationsrouten und Verkehrsinformationen, mit zufälligen Kennungen verknüpft, damit kein Rückschluss auf einzelne Nutzer möglich ist.

          Was ist mit all jenen, die kein Apple-Gerät nutzen oder bekannte Strecken zurücklegen, für die sie keine Beschreibung brauchen? In den vergangenen Wochen haben bereits Mobilfunk-Anbieter Daten zu Bewegungsmustern Handy-Nutzern an das Robert-Koch-Institut übergeben, und auch Google veröffentlichte Mobilitätstrends. Der Internet-Konzern greift für die Auswertung auf anonymisierte Daten von Nutzern zurück, die ihre Aufenthaltsorte in ihren Google-Profilen aufzeichnen lassen. So zeigte ein am 5. April veröffentlichter Report für Deutschland 47 Prozent weniger Aufenthalte an Bahnhöfen, acht Prozent mehr Aufenthalte zu Hause und sogar 61 Prozent mehr Besuche von Parks, Gärten und öffentlichen Stränden.

          Das Unternehmen „Teralytics“, das die Daten von Mobilfunkanbietern anonymisiert für die „Bild“-Zeitung auswertet, kommt zu dem Schluss, dass am Ostersonntag 29 Prozent weniger Reisende in Deutschland unterwegs waren als noch fünf Wochen zuvor, bevor die Kontaktbeschränkungen erlassen wurden. Am größten war der Rückgang demnach mit einem Minus von 70 Prozent im bayerischen Berchtesgaden. 

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