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Reise zum Roten Planeten : Das nächste große Ding der Raumfahrt

Weit weg: Minimal 55 Millionen Kilometer ist der Mars von der Erde entfernt. Je nach Position der Planeten auf ihrer Bahn sind es bis zu 400 Millionen. Trotzdem träumen manche von einer Reise dorthin. Bild: NASA, ESA, and STScI

50 Jahre nach der Mondlandung hoffen Raumfahrtfans auf eine bemannte Mars-Mission. Weil Esa und Nasa sich zurückhalten, preschen Privatleute vor. Auch Robert Schröder will unbedingt auf den Mars. Ist das mehr als ein naiver Traum?

          8 Min.

          Robert Schröder kann sich genau vorstellen, wie es wäre, auf dem Mars zu stehen und in den roten Himmel zu blicken. Sein Marsanzug läge hauteng an und würde wenig wiegen. „Das wäre nicht so ein Luftballon.“ Er könnte nicht ohne künstliche Sauerstoffzufuhr dort stehen. Aber das kennt er schon von Übungen fürs Technische Hilfswerk. Es ist ein heißer Sommertag, und Schröder sitzt in der Technik-Bastelecke seiner Wohnung im Norden Darmstadts. An einem Tisch voller Rechner und Kabel lötet der 31 Jahre alte Informatiker zum Spaß Schaltkreise auf Platinen, baut Microcontroller. An den Wänden hängen Bilder vom Roten Planeten. Schröder redet leise, aber er weiß, was er will: auf den Mars – und zwar für immer.

          Leonie Feuerbach
          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          50 Jahre ist es her, dass Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat, und 47 Jahre, dass Gene Cernan es als bisher letzter getan hat. Seither ist kein Mensch mehr auf einem fremden Himmelskörper gewesen. Eine bemannte Marsmission gilt als das nächste große Ding der Raumfahrt. Immerhin ist der Mars der einzige Planet im Sonnensystem, den Menschen betreten könnten, und unbemannte Missionen dorthin waren schon erfolgreich. Das lässt Fans träumen. Manche glauben, dass es in ein paar Jahren losgehen kann. Nasa und Esa hingegen, die amerikanische und die europäische Raumfahrtbehörde, halten einen bemannten Flug dorthin derzeit für unmöglich, allein schon, weil schwere bemannte Landefähren wegen der dünnen Atmosphäre des Mars bei der Landung zerschellen würden. An ihrer Stelle preschen Privatleute vor. Ist das seriös? Oder größenwahnsinnig?

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