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Der Rapper und die Clans : Das System Bushido

Der einsame Wolf: Anis Mohamed Youssef Ferchichi alias Bushido bei einem Konzert in Leipzig 2011 Bild: Imago

Fast zwei Jahrzehnte lang war Bushido einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands. In der Hip-Hop-Szene sagen viele, dass er das nur geschafft habe, weil er die Regeln der Kultur nicht respektierte – und dass er dafür jetzt die Rechnung zahle.

          8 Min.

          Es muss eine ziemlich absurde Szene gewesen sein, die sich vor mehr als zehn Jahren in einem Café in Berlin abspielte. Der Rapper Manuellsen aus Nordrhein-Westfalen hatte Streit mit Bushido. Bei einem Besuch in der Hauptstadt meldete sich daher der damalige Bushido-Beschützer Arafat Abou-Chaker bei ihm: Er wolle den Streit klären.

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Manuellsen ging in ein Café, in dem laut dem schwarzen Rapper etwa 30 Leute auf ihn warteten. Am Kopf des Tisches saß Clanchef Arafat Abou-Chaker und las Zeitung. Manuellsen sagt, er habe alleine gegenüber von Bushido Platz genommen, der sich vor ihm aufgebaut, ihn bedroht und beschimpft habe. Um zu verstehen, wie absurd diese Szene ist, muss man wissen, wie Manuellsen aussieht: Er ist breit gebaut und fast zwei Meter groß, Bushido ist dagegen nicht einmal 1,80 Meter groß und „ein Strich, ein Nichts“, wie Manuellsen sagt. Er habe zunächst zurückgeschimpft, sehr schnell habe aber Arafat Abou-Chaker das Wort ergriffen, über den Koran gesprochen und verfügt: Vertragt euch! Daraufhin habe man sich die Hand gegeben und getrennt.

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