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Cressida Bonas : Mit edel-rebellischer Pose in den Palast

Wird die locker-lässige, aber adelige Cressida Bonas bald Prinzessin? Bild: AFP

Cressida Bonas ist der Liebling der britischen Klatschpresse: blaublütig, lässig, unabhängig und die So-gut-wie-Verlobte von Prinz Harry. Wenn alles glatt läuft.

          War womöglich alles nur ein Tanz, ein wirbelnder, verführerischer Augenblick, der so schnell endete, wie er begann? Britanniens Royalisten wären mehr als geknickt. Denn Cressida Bonas ist eine Prinzessin, wie sie sich viele wünschen: blaublütig, aber nicht blaustrümpfig, unterhaltsam und selbstbewusst, voller Lebenslust und doch mit einem klugen Sinn für Grenzen. Zu alledem ist sie auch noch auf kecke Weise schön.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Cressida ist die Lieblingsprinzessin für Britanniens Lieblingsprinzen. Harry hat vieles von dem, was seinem älteren Bruder William fehlt: Eigensinn, Witz, Freude an der Provokation - kurz: was manche Briten den coolness factor nennen würden. Erste Klatschkolumnisten wünschten sich schon, nicht William und Kate, sondern „Harry und Cressy“ würden das Volk eines Tages im Buckingham Palace repräsentieren.

          Dann kam das Dinner, Freitag vergangener Woche. Frisch aus dem Skiurlaub in Kasachstan zurückgekehrt, wollten Harry und Cressida ihr erstes gemeinsames Abendessen im St. James’s Palace ausrichten. Doch zur Überraschung der Gäste tauchte Cressida nicht auf. Aus dem Palast hieß es, ein gemeinsamer Auftritt sei nie geplant gewesen, aber die Spekulationen konnte er so nicht beenden. Schon fragen erste Palastbeobachter, ob das Traumpaar, dessen Hochzeit nur noch eine Frage der Planungsdetails schien, diesen Sommer überstehen wird.

          Freischaffende Künstlerin oder Leibeigene der Windsors?

          Cressida steht mit nur 25 Jahren vor einer Lebensentscheidung, und anders als Kate, die heutige Herzogin von Cambridge, würde sie mit einem Wechsel zum Hof vieles verlieren. Sie gilt als talentierte Tänzerin, und ihre (heimliche) Agentin sieht auch das Potential für eine Schauspielerkarriere.

          Weil künstlerische Aktivitäten mit public exposure bei Hof nicht gelitten sind, wechselte Cressida vor einiger Zeit in eine Werbeagentur. Von dort aus betrachtet, gewinnen die Alternativen noch klarer Kontur: Hier ein Leben zwischen Gala-Empfängen und Charity-Dinners - dort eine Karriere aus eigener Kraft, mit eigenen Erfolgen und einem erfrischend ungewissen Ausgang. Auch zwei sehr verschiedene Berufsbilder ringen da miteinander: freischaffende Künstlerin oder Leibeigene der Großfirma Windsor?

          Lebenshunger und innere Unruhe sog Cressida Bonas buchstäblich mit der Muttermilch auf. Lady Curzon ist - mit fünf Kindern aus vier Ehen - geradezu die Verkörperung der exzentrischen und sinnenfrohen High Society. Cressida, die Lady Curzon mit 42 Jahren als letztes Kind zur Welt brachte, stammt aus der dritten Verbindung. Der Vater, Jeffrey Bonas, hat die Hausschlüssel schon vor langem an einen Nachfolger übergeben und bewegt sich wieder irgendwo zwischen Wirtschaft und Akademie. Auf seiner Homepage firmiert er als „Unternehmer, Geschäftsmann, Historiker“.

          Lässig über die Etikette hinweg

          Lady Curzon ist so adlig, wie man es nur in England sein kann. Ihr Vater war der 6. Earl Howe, ein Patensohn von König Edward VII.; ihr Großvater, der 5. Earl Howe, widmete seine großzügig bemessene Freizeit dem Motorsport, in dem er es sogar zu einem gewissen Ruhm brachte; 1931 gewann er das Rennen von Le Mans. Lady Curzon hat, wie es sich für eine Dame der Oberschicht gehört, nie gearbeitet - sieht man von ihrem Wohltätigkeitsengagement ab, über das ein Teil des beträchtlichen Familienvermögens abfließt.

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