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Sohnemann, bist du’s? : Wie spreche ich mit meinem dementen, infizierten Vater im Altersheim?

In früheren Zeiten: Vater und Sohn Bild: Jan Rieckhoff

Der Vater unseres Autors ist 85 und dement. Trotz Kontaktsperre ist er im Heim an Covid-19 erkrankt. Wie konnte das passieren? Und wie gehen beide nun mit der Situation um?

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Eine Unterhaltung mit einem Alzheimer-Patienten im fortgeschrittenen Stadium ist jedes Mal eine Herausforderung, aber wenn man ihn nur telefonisch erreicht, weil er vom Coronavirus infiziert ist, muss man die Hoffnung auf ein Zwiegespräch völlig fahrenlassen. Übrig bleibt ein verzweifeltes Rufen im dunklen Wald. Hallo, ist da jemand? Und dann hofft man auf eine noch so kleine, leise Reaktion, ein Aufatmen am anderen Ende der Leitung, ein, zwei Worte der Erwiderung, man will ja wissen: Lebt er noch, wie geht es ihm, weiß er, wer ich bin? „Papa, hörst du mich? Wie geht’s dir?“, frage ich.

          Nach einer Weile der völligen Stille ein, zwei schwere Atemzüge, dann: „Sohnemann, bist du’s?“

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