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Umzug von Harry und Meghan : Eine Krise in der Krise

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Off they go: Harry und Meghan bei einem ihrer letzten Auftritt als königliche Hoheiten in London Bild: EPA

Donald Trump macht klar: Amerika zahlt nicht für die Sicherheit von Prinz Harry und Herzogin Meghan. Doch nun sind viele Landsleute verärgert über den Umgang des Präsidenten mit dem royalen Paar – was mit der Corona-Pandemie zu tun hat.

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          Nachdem ein Bericht veröffentlicht wurde, dass Prinz Harry und Meghan von Kanada in die Vereinigten Staaten umgezogen seien, machte Präsident Donald Trump klar: Sein Land wird für ihren Schutz nicht aufkommen. Er twitterte: „Sie müssen zahlen!“, nachdem er seine Hochachtung für Königin Elisabeth II. ausgedrückt hatte. Viele Amerikaner ärgert das – aber nicht, weil sie große Sympathien für Harry und Meghan hätten, sondern, weil das Land gerade viel dringendere Probleme hat.

          Mehr als 143.000 Menschen in den Vereinigten Staaten sind laut der Johns-Hopkins-Universität mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet, einigen Prognosen zufolge werden bis zu Hunderttausend Tote erwartet. Amerikanische Medien regen sich deshalb darüber auf, dass der Präsident nichts Besseres zu tun hat, als sich in die royale Krise einzuschalten, während vor seiner Haustür die virale Krise tobt. Die Boulevardzeitung „Raw Story“ titelt: „Amerikaner verstehen nicht, warum Trump in der Krise über Harry und Meghan redet“. Auch auf Twitter machen viele ihrem Unmut Luft: „Einmal ein Dummkopf, immer ein Dummkopf. Es freut mich zu sehen, dass Sie viel Zeit übrig haben, um sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen“, schreibt der ehemalige Pressesprecher des Weißen Hauses, Joe Lockhart, auf der Kurznachrichtenplattform an Trump.

          Nicht nur halten viele Menschen in den Vereinigten Staaten die Frage, wer nun für die Sicherheit des Paares verantwortlich ist, nicht für die drängendste dieser Zeit. Darüber hinaus berichtet der amerikanische Sender CNN, dass ein Sprecher am Sonntag klargestellt habe: „Der Herzog und die Herzogin von Sussex planen nicht, die Regierung der vereinigten Staaten um Sicherheitsressourcen zu bitten.“ Das Paar habe sich privat um seine Sicherheit gekümmert und komme selbst dafür auf.

          Kalifornien war schon lange geplant

          Das Interesse der Boulevardpresse ist trotzdem ungebrochen. Das „People Magazine“ berichtet, dass das Paar in Hollywood in einem abgeriegelten Wohnkomplex lebt und sich an die kalifornische Ausgangssperre hält. Nach Informationen des Magazins hätten Harry und Meghan Kanada nicht wegen der Corona-Pandemie verlassen. Schon länger hätten sie nach Kalifornien ziehen wollen, da dort ihre PR-Agenten, Freunde und Meghans Mutter lebt. Sie handelten jetzt nur so schnell, da die Grenzen geschlossen werden sollten. „Sie mussten raus“, sagte eine unbekannte Quelle der britischen Boulevardzeitung „Sun“. Ein anderer Bericht legt nahe, dass das Paar durch den Umzug vermeidet, zweimal Steuern zahlen zu müssen.

          Schon vorher wurde in amerikanischen Medien laut überlegt, was ein Umzug in die Vereinigten Staaten bedeuten könnte. Auf der Seite der „Today Show“ des Senders NBC steht, dass von vornherein klar gewesen sei, dass amerikanische Steuergelder nicht für Harry und Meghan verwendet werden können. Amerika sei außerdem keines der Länder, deren Staatsoberhaupt offiziell die Queen ist. Kanada dagegen schon.

          Am 31. März treten Harry und Meghan von allen royalen Pflichten und Privilegien zurück; auch ihre Marke „Sussex Royal“ geben sie ab. Sie wollen „finanziell unabhängig“ sein.

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