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Corona-Ausbruch im Berghain : „Es ist ein Risiko, mit dem wir jetzt leben“

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Berüchtigt für seine strengen Einlassregeln und lange Schlangen: das Berghain Bild: dpa

Der Techno-Club Berghain feierte Anfang Oktober die erste Clubnacht nach dem Lockdown. Zwei Wochen danach wurde nun ein Corona-Ausbruch bekannt: Mit 19 Infizierten. 2500 Menschen mussten kontaktiert werden.

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          Nach einem Corona-Ausbruch im Berliner Techno-Club Berghain sieht die Clubcommission, der Verband der Berliner Club-, Party- und Kulturereignisveranstalter, keinen Grund zur größeren Sorge. Dass nach Behördenangaben 19 Infektionen bekannt und 2500 Menschen kontaktiert wurden, wertet Verbandssprecher Lutz Leichsenring als Zeichen dafür, dass die Alarmierung funktioniere. „Wir glauben, dass es zur Normalität gehört. Es ist ein Risiko, mit dem wir jetzt leben“, sagte Leichsenring am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

          Es kommt demnach auf die Krankheitsverläufe an. Wenn es nicht um Infektionen, sondern um schwere Verläufe ginge, würde er anders klingen, sagte Leichsenring. Jeder habe die Möglichkeit, sich durch eine Impfung vor einem schweren Verlauf zu schützen. Es gehe um selbstbestimmtes Handeln.

          Der Ausbruch war zwei Wochen nach der ersten Berghain-Clubnacht nach dem Lockdown bekannt geworden. Dort galt die 2G-Regel, nach der die Gäste genesen oder geimpft sein müssen. Der Ausbruch war nicht der erste dieser Art im Bezirk. Auch bei anderen 2G-Veranstaltungen in Friedrichshain-Kreuzberg seien Infektionen im unteren zweistelligen Bereich bekannt geworden, erklärte eine Sprecherin des Bezirks am Mittwoch. Ob die Veranstaltungen auch Tanz-Events waren, konnte sie nicht sagen.

          Selbstironisches Video

          Es ist kein Berlin-Phänomen: In Münster gab es einen größeren Corona-Ausbruch in einem Club mit 2G-Regel, bei der man beim Tanzen keine Maske tragen musste. Den Berghain-Partygängern wurde vom Bezirk empfohlen, sich testen und bei Symptomen einen PCR-Test machen zu lassen. Vom Club selbst gab es auf Anfrage keine Stellungnahme. Über den Corona-Ausbruch bei der Berghain-Party hatte die „Berliner Morgenpost“ berichtet.

          Der berühmte Techno-Club hatte mit einem Video selbstironisch auf die 2G-Regel aufmerksam gemacht. Mithilfe von Travestiekünstler Ades Zabel alias Edith Schröder wurde darin die Frage geklärt, wie man reingelassen in den auch für seine strenge Türpolitik berüchtigten Club wird („How to get into Berghain“).

          Die Clubcommission, der Dachverband der Szene, ist laut Leichsenring für die 3G-Regel, die neben Geimpften und Genesenen auch offiziell getestete Gäste hereinlässt. Clubs hätten eine sozial verbindende Rolle. Wichtig ist laut Leichsenring, dass beim Einlass etwa der digitale Impfpass gescannt wird, dass sich die Leute ein- und auschecken und niemand mit Symptomen hineingeht. Die Clubs hätten zudem durch Fördergelder bei ihren Lüftungsanlagen aufgerüstet.

          Das Berliner Nachtleben war wegen der Pandemie etwa anderthalb Jahre mehr oder weniger in der Zwangspause. Mittlerweile laufe bei etwa 70 Prozent der Clubs der Betrieb wieder, sagte Leichsenring.

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