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Chinas „First Lady“ : Eine Exception!

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Die Frage, die man sich in China vor dem Fernseher stellt: Welches Outfit ist es heute? Bild: REUTERS

Peng Liyuan, die Frau von Chinas Staatspräsident Xi Jinping, ist mit ihrem Mann zur ersten Auslandsreise aufgebrochen – und begeistert viele Chinesen: die jubeln, sie habe mehr Stil als Michelle Obama.

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          Die erste Auslandsreise von Chinas neuem Staatspräsident Xi Jinping wird von den Chinesen mit Spannung verfolgt. Dabei gilt das öffentliche Interesse weder den Staaten, die er besucht (Russland und drei afrikanische Länder), noch den Reden, die er hält (Freundschaft und Zusammenarbeit), noch den Verträgen, die er abschließt (Rüstung und Rohstoffe). Die Frage, die man sich daheim in China vor dem Fernseher stellt, ist: in was für einem Outfit wird sie heute auftreten?

          Sie, das ist Peng Liyuan, die Frau von Xi Jinping, die entgegen bisheriger chinesischer Gepflogenheiten ihren Mann auf der Reise begleitet und ihm dabei zumindest zu Hause in China die Schau stiehlt. Während frühere Parteichef-Gattinnen der chinesischen Kommunisten sich nur höchst selten mit ihren Männern in der Öffentlichkeit zeigten und sich dabei möglichst unauffällig und verlegen im Hintergrund hielten, erstrahlt Peng Liyuan bei ihren Auftritten.

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          Elegant gekleidet, mit dezentem Make-up, die Haare kunstvoll aufgesteckt, in tadelloser Haltung kommt sie an der Seite ihres Mannes daher, hakt sich bei ihm ein und stolziert erhobenen Hauptes die Gangway der Flugzeuge hinunter. Man merkt ihr an, dass ihr große Auftritte nicht ungewohnt sind. Peng Liyuan war als Sängerin ein Star der Unterhaltungstruppe der Volksbefreiungsarmee mit dem Rang eines Generals. Und jetzt ist sie dank ihres Stils und ihrer Schönheit zur neuen Botschafterin Chinas geworden.

          Blogger: „Sie ist schön und generös“

          Im schwarzen Trenchcoat mit hellblauem Schal und hochhackigen Schnürschuhen begann sie die Reise in Moskau. Dann sah man sie in einem weißen Kostüm mit einer Jack chinesischen Stils und einem Rock, der ihre Beine vorteilhaft zur Geltung brachte. In Tansania zeigte sie sich in weißem Kleid, schwarzem Blazer und kunstvollen drapiertem roten Schal. Dazu trug sie jeweils große Handtaschen, die ebenfalls die Aufmerksamkeit auf sich zogen.

          Zunächst mit Erstaunen, dann mit Begeisterung kommentierten Blogger und Journalisten den ersten Auftritt ihrer „First Lady“. „Sie ist schön und generös, das macht uns stolz und hebt unser Selbstbewusstsein“, schrieb einer. Sie könne das moderne China im Ausland repräsentieren. Sie habe mehr Stil als Michelle Obama, jubelten begeisterte Anhänger. Sie fanden auch gleich heraus, dass die chinesische „First Lady“ die Mode eines chinesischen Designers bevorzugt. Auch das wurde ihr hoch angerechnet. Es sei doch ein Zeichen von Patriotismus, wenn man eigene Labels bevorzugt und nicht den berühmten ausländischen Marken hinterher rennt. Manche erhoffen sich schon einen Boom für Chinas Designer. Michelle Obama habe ja auch den amerikanischen Modemarken, die sie bevorzugt, große Umsätze gebracht. Die Website des Designers ihrer Handtasche, „Exception“ aus dem südchinesischen Guangdong (Kanton), brach unter den vielen Klicks zusammen.

          Politische Kommentatoren schreiben davon, dass die First Lady die „Soft Power“, die „sanfte Macht“, ihres Landes repräsentieren könnte .Peng Liyuan könnte jetzt für die chinesische Diplomatie Punkte sammeln und ihrem Mann helfen, ein neues Image von China zu präsentieren, nämlich das eines bescheidenen, freundlichen Landes, voller Selbstvertrauen. Die Global Times beklagte, dass Chinas Führer immer ernst und feierlich dreinblickten, während die Öffentlichkeit doch viel lieber Temperament und Wärme sehen würde. Wenn jetzt Zuneigung zur „First Lady“ entbrennt, so können diese zum Band für die von der Parteiführung angestrebte „harmonische Gesellschaft“ werden.

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