Nach neuen Coronafällen : Besucher dürfen Schanghais Disneyland nicht verlassen
Nach einem Besuch im Disneyland in Schanghai dürfen viele Kinder eine Woche lang nicht mehr in die Schule gehen. Etliche Eltern berichteten am Dienstag in sozialen Medien, dass sie entsprechende Anweisungen von der örtlichen Seuchenschutzbehörde erhalten hätten.
Am Montag hatte das Disney-Resort ohne Vorwarnung während der Öffnungszeit alle Ein- und Ausgänge gesperrt, nachdem bekannt geworden war, dass eine Besucherin des Freizeitparks positiv auf das Coronavirus getestet worden war.
Eingeschlossene Besucher mussten stundenlang, teils bis in die Nacht ausharren, bevor sie das Resort mit einem Negativtest verlassen durften. Bilder, die im Internet kursierten, zeigten Reihen von Polizisten, die die Ausgänge versperrten.
700 Personen in Quarantänezentren gebracht worden
Nach Angaben der städtischen Behörden hatte die infizierte Frau seit Donnerstag drei Orte in der Stadt besucht: das Disneyland und zwei Restaurants. Daraufhin seien mehr als 60.000 Personen, die ausweislich ihrer Corona-App die gleichen Orte besucht hatten, auf das Virus getestet worden.
700 Personen seien in Quarantänezentren gebracht worden. Laut der Nachrichtenagentur Reuters erhielten zahlreiche Familien nach ihrem Disneyland-Besuch die Anweisung, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und in den kommenden drei Tagen täglich PCR-Tests zu machen.
In China kommt es im Zuge der Null-Covid-Strategie immer wieder vor, dass Kunden in Einkaufszentren oder Geschäften die Nacht verbringen müssen, weil diese wegen eines Corona-Falls abgeriegelt werden. Die japanische Nomura-Bank schätzte am Montag, dass in China 256 Millionen Menschen in 34 Städten von Lockdown-Maßnahmen betroffen seien.
Ein leitender Gesundheitsberater der Regierung hatte kürzlich erklärt, es gebe noch keinen Zeitplan für eine Lockung der Null-Covid-Strategie. Am Dienstag kursierte eine nicht verifizierte Notiz im Internet, wonach ein Mitglied des obersten Führungsgremiums der Kommunistischen Partei einen „Wiederöffnungsausschuss“ gebildet haben soll, um Szenarien für eine Lockung im kommenden März zu erarbeiten.
Am Wochenende hatte das Schicksal von Arbeitern einer Fabrik des AppleZulieferers Foxconn in Zhengzhou für Aufsehen gesorgt. Nach einem Corona-Ausbruch waren zahlreiche Arbeiter über Zäune geflohen und hatten sich zu Fuß in ihre teils Hunderte Kilometer entfernten Heimatstädte aufgemacht, da sie wegen der Anzeige auf ihrer Corona-App keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen konnten.

