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Carla Bruni im Gespräch : „Ich brauche Anerkennung“

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„Frankreich und er, das ist seine Sache“, sagt Carla Bruni über ihren Politiker-Ehemann. „Es ist nicht meine.“ Bild: REUTERS

Carla Bruni weiß, wie es ist, Première Dame zu sein – und ist froh, dass sie es hinter sich hat. Ein Gespräch über die Liebe, Rollerfahren und die Krise Frankreichs.

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          Carla Bruni ist ganz gelassen. Sie hat guten Grund dazu, denn wenn sich Frankreich dieser Tage über seine Première Dame unterhält, dann ist nicht mehr sie damit gemeint, sondern ihre Nachfolgerin Valérie Trierweiler. Bruni hat ohnehin anderes im Kopf. Seit ein paar Wochen ist sie mit ihrer Platte „Little French Songs“ auf Tournee, eine große Tournee sollte das werden. In Nordamerika hat sie aber schon zwei Konzerte abgesagt, um die Organisation zu vereinfachen, wie ihr Management erklärt, und auch in Deutschland sind von den fünf angesetzten Konzerten nur noch zwei übriggeblieben.

          Ihr darf das die Laune natürlich nicht verderben. Carla Bruni ist schlagfertig, lustig, charmant. Sie sitzt in einem klitzekleinen Büro in der Rue Royale zwischen der Place de la Concorde und der Place de la Madeleine, eine Gegend, in der man zuweilen klingeln muss, bevor man in die Boutiquen kommt. Sie trägt eine Jeans und eine enge braune Strickjacke, raucht zwei dünne Zigaretten, beugt sich ihrem Gesprächspartner immer wieder weit entgegen, lacht laut und manchmal sogar richtig hämisch. Sie wirkt absolut überzeugend in dem, was sie sagt, und doch hat man immer den Eindruck, dass auch das Gegenteil wahr sein könnte. Sie sagt etwa, dass sie eigentlich gar kein Make-up möge, aber draußen, in dem minimal-art-mäßig eingerichteten Büro der Sekretärin, ist ein Stapel von Zeitschriften auf dem Sideboard drapiert. Von allen Covern strahlt Carla Bruni, und immer sieht sie fabelhaft aus.

          Madame Bruni, in einer Woche wie dieser, in der sich ganz Frankreich mit dem Liebesleben des Präsidenten und dem Gesundheitszustand der Première Dame beschäftigt, würde ich Ihnen sogar glauben, wenn Sie sagten, dass Ihnen der Elysée-Palast gar nicht fehlt.

          Hören Sie, es war eine große Ehre, im Elysée-Palast zu sein, aber er fehlt mir überhaupt nicht, dass das klar ist.

          Als Sie in den Elysée zogen, gab es da eigentlich jemanden, der Ihnen sagte, was Sie als Première Dame tun dürfen und was nicht?

          Niemand, nichts. Aber ich habe ein vorsichtiges Temperament. Ich denke nach, bevor ich rede, das hat mir geholfen und mich gerettet. Ich bin natürlich wie auf rohen Eiern gelaufen und habe Fehler gemacht, aber nie schlimme. Ich habe mich irgendwann einfach in dieser Situation wiedergefunden und entschieden, sehr zurückgezogen zu sein, mich in nichts einzumischen. Ich habe nicht eine Vase im Elysée-Palast ausgetauscht. Ich bin als Mieterin gekommen und habe auf alles aufgepasst.

          Und doch war die Rolle der Première Dame natürlich eine, die Ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt hat. Es ist eine eher dienende Rolle...

          Eine begleitende, würde ich sagen. Es war seltsam, aber schon als ich meinem Mann das erste Mal begegnet bin, habe ich mich beschützt gefühlt. Ein bisschen altmodisch: ein Mann, der seine Frau beschützt. Diese sehr klare männliche Art hat mich weiblich gemacht. Früher war ich wie eine Garçonne, unabhängig, frei, ein bisschen über die Stränge schlagend. Ich habe früh verstanden, dass man als Frau unabhängig sein muss.

          Sie sind in sehr privilegierten Verhältnissen aufgewachsen.

          Ich weiß das, aber ich habe dennoch mit 18 Jahren angefangen zu arbeiten. Viel sogar, und auch wenn es im Modebusiness war und nicht in einer Mine – es war Arbeit. Unabhängigkeit war für mich immer äußerst wichtig. Als ich aber diesen Mann getroffen habe, der das Gegenteil von meinem bisherigen Leben war, habe ich mich aus welchen Gründen auch immer – wahrscheinlich einfach aus Liebe – sofort sehr feminin gefühlt mit ihm. Es hat mir Spaß gemacht, ihn zu begleiten.

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