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Vernehmung von Bushido : Wer wollte Fler 2007 abstechen?

Jahre nach dem Angriff auf Fler: Rapper Bushido und Arafat Abou-Chaker 2010 in Berlin Bild: dpa

Der Rapper Bushido beschuldigt in einer Aussage seinen ehemaligen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker, 2007 eine Messerattacke auf den Rapper Fler beauftragt zu haben. Er selbst habe noch versucht, den Clanchef zu beruhigen.

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          Der Rapper Bushido hat seinem ehemaligen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker in einer Aussage bei der Polizei vorgeworfen, 2007 eine Messerattacke auf den Rapper Fler beauftragt zu haben. Die Aussage war Teil der Ermittlungen gegen den Berliner Clanchef Abou-Chaker, der von August an in Berlin unter anderem wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung vor Gericht stehen wird.

          Sebastian Eder
          Redakteur im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Der Angriff auf Fler fand 2007 statt, nachdem der Rapper in einer MTV-Sendung ein Plakat von Bushido zerrissen hatte. Etwa eine Stunde später waren drei maskierte Männer über einen Hintereingang in den Empfangsbereich des Musiksenders an der Stralauer Allee in Friedrichshain vorgedrungen. Sie versuchten, Fler, der sich noch in einem Aufenthaltsraum aufhielt, mit einem Messer zu verletzen. Ein Leibwächter wehrte den Angriff ab, Fler blieb unverletzt, die Angreifer flohen unerkannt. Die Polizei ging danach von einer Tat im „Rappermilieu“ aus.

          In seiner Aussage behauptete Bushido, dass er schon lange wisse, wer hinter dem Angriff steckte. Seiner Darstellung zufolge hatte er die Sendung selbst nicht live im Fernsehen verfolgt, bekam aber einen Anruf von seinem damaligen Freund Abou-Chaker, nachdem Fler das Plakat zerrissen hatte. Abou-Chaker habe gesagt, dass Fler zu weit gegangen sei und sehen werde, was er davon habe. Bushido versuchte laut seiner Aussage, Abou-Chaker zu beruhigen. Erst am Abend will er in einem Café in Berlin-Kreuzberg erfahren haben, dass Abou-Chaker mit Messern bewaffnete maskierte Männer zu MTV geschickt habe. Diese hätten sich dort Zutritt verschafft, weil sie Fler „abstechen“ wollten. Dessen Leibwächter habe das verhindert, indem er eine Glastür versperrt habe. Als einer der Angreifer sei ihm Yasser Abou-Chaker genannt worden, der Bruder von Arafat, heißt es in der Aussage von Bushido. Fler habe gewusst, wer die Angreifer gewesen seien.

          In dem Prozess gegen Abou-Chaker und mehrere seiner Brüder, der am 17. August in Berlin beginnen soll, geht es vor allem um den Konflikt zwischen Bushido und dem Clanchef. Abou-Chaker soll 2018 versucht haben, den Rapper durch Drohungen, körperliche Gewalt und Freiheitsentziehung daran zu hindern, sich geschäftlich von ihm zu trennen – beziehungsweise Geld eingefordert haben, das ihm nicht zustand. Bushidos Kritiker werfen ihm vor, dass er jahrelang von den kriminellen Methoden des Abou-Chaker-Clans profitiert habe und sich jetzt als Opfer inszeniere, um sein Geld zu retten.

          Fler, der inzwischen mit Arafat Abou-Chaker befreundet ist, glaubt Bushido nicht, dass der Angriff bei MTV ohne dessen Wissen ausgeführt wurde. „Bushido hat immer andere Rapper beleidigt und ist zu Arafat gerannt, wenn sie sich gewehrt haben. Wenn ihn der Angriff auf mich gestört hätte, warum hat er danach noch mal zehn Jahre mit Abou-Chaker gearbeitet?“ Er selbst habe schon immer gewusst, wer hinter dem Angriff steckte – bei der Polizei aber keine entsprechende Aussage gemacht, „weil sich das unter Rappern nicht gehört“. Für den Angriff habe sich Bushido nie entschuldigt, sagt Fler, sondern im Gegenteil vor ihm damit geprahlt. „Er ist nicht das Opfer, er ist Mittäter.“ Bushido steht aktuell unter Polizeischutz und äußert sich zu dem Fall nicht.

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