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Nach 27 Jahren : „Burger King Baby“ findet Mutter bei Facebook

  • -Aktualisiert am

Mit diesem Bild suchte Katheryn Deprill im Internet nach ihrer Mutter. Bild: AP

Im September 1986 wurde Katheryn Deprill als Säugling auf einer Burger-King-Toilette in Pennsylvania gefunden. Nun suchte sie auf Facebook nach ihrer Mutter - und fand sie.

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          Katheryn Deprill hat ihre Mutter getroffen. Das klingt banal, aber für Katheryn Deprill ist es das Happy End nach einer langen Suche: Vor 27 Jahren wurde auf der Toilette einer Burger-King-Filiale in Allentown im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania ein Kind in einem roten Strampler gefunden. Es war erst wenige Stunden alt. Seine Mutter hatte es verlassen. Das Baby war Katheryn.

          Katheryn wurde von Brenda und Carl Hollis, einem Ehepaar aus Allentown, adoptiert und aufgezogen. Sie ist heute mit Michael Deprill verheiratet und selbst Mutter von drei Kindern. Mit zwölf Jahren, als sie einen Stammbaum für die Schule erstellen sollte, hatte sie zum ersten Mal von ihrer Adoption erfahren. Sie begann, nach ihren Wurzeln zu suchen.

          Das Netz sucht mit

          Ihre Suche blieb lange Jahre erfolglos. Anfang März 2014 riet Deprills Adoptivmutter, es im Internet zu versuchen. Die junge Frau erstellte eine Facebook-Seite. Als „Burger King Baby“ suchte sie nach ihrer Mutter, mit einem Foto von sich und einem Schild, das ihre Geschichte erzählt. „Suche meine leibliche Mutter“, stand darauf. „Sie hat mich am 15. September 1986 zur Welt gebracht und in einer Burger-King-Toilette in Allentown ausgesetzt. Bitte helft mir, sie zu finden, indem ihr meinen Post teilt.“

          Sie stellte Fotos aus ihrer Kindheit auf die Seite und die 27 Jahre alten Zeitungsartikel, die über den Fund des Burger-King-Babys berichteten. Das Netz suchte mit: Mehr als 30.000 Mal wurde ihr Suchaufruf geteilt, etliche amerikanische Medien berichteten über die Geschichte.

          „Als würde ich in einen Spiegel schauen“

          Einer dieser Aufrufe erreichte sein Ziel. Über John Waldron, einen Anwalt aus Allentown, nahm die leibliche Mutter Kontakt zu ihrer Tochter auf. Nach 27 Jahren begegneten sich die beiden zum ersten Mal. Der Name der Mutter ist nicht bekannt, die Ähnlichkeit zu ihrer Tochter muss aber unverkennbar sein. „Es war, als würde ich in einen Spiegel schauen“, erzählte Katheryn Deprill dem amerikanischen Fernsehsender CNN. „Ich bekam die Umarmung, auf die ich die letzten 27 Jahre gewartet habe und das Eis war gebrochen.“

          Böse sei sie ihrer Mutter nicht. Die hätte sie schließlich an einem Ort verlassen, wo sie sicher gewesen sei, dass ihre Tochter gefunden werde. „Sie wollte mich nicht wegwerfen.“ Und wie der Anwalt John Waldron erzählt, hatte auch die Mutter kein leichtes Schicksal. Schwanger wurde sie nach einer Vergewaltigung auf einer Reise, bei der Geburt  sei sie gerade einmal 17 Jahre alt gewesen. Die Jugendliche habe sich vor Fragen gefürchtet und sei überfordert gewesen. Statt ins Krankenhaus zu gehen, brachte sie ihr Kind im Bett zur Welt und setzte es in der Toilette des Schnellrestaurants aus.

          Zum Treffen zwischen Mutter und Tochter kamen außer dem Anwalt auch die Adoptiveltern und der Ehemann ihrer leiblichen Mutter. Sie alle müssen sich wohl arrangieren. Die Familienverhältnisse sind komplizierter geworden.

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