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Bundespresseball : „Glanzlichter“ mit Fischers Freundin Minu

  • Aktualisiert am

Im Mittelpunkt: Bundesaußenminister Joschka Fischer und Minu Barati Bild: dpa/dpaweb

Rund 2.500 Gäste kamen zum Bundespresseball in Berlin, und doch stahl Außenminister Fischer mit seiner Freundin allen die Show. Im Mittelpunkt stand auch Horst Köhler, der erstmals das gesellschaftliche Treffen eröffnete.

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          Für die beiden ranghöchsten Politiker beim Bundespresseball in Berlin war es eine besondere Premiere. Bundespräsident Horst Köhler nahm das erste Mal als Staatsoberhaupt teil. Und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) kam erstmals in Begleitung seiner Freundin Minu Barati.

          Ihre Auftritte bei dem Ball unter dem Motto „Glanzlichter“ absolvierten sie ganz unterschiedlich - Köhler von Beginn an lächelnd und später ausführlich mit seiner Frau tanzend, Fischer anfangs eher genervt vom Blitzlichtgewitter und schweigsam. Mit Spannung war der Außenminister beim wichtigsten gesellschaftlichen Ereignis Berlins erwartet worden. Weniger wegen seines eigenen Auftritts als wegen seiner schönen Begleitung.

          Fischer und seine Frauen

          Hatte es doch auch in den vergangenen Jahren immer wieder Aufregung um die Frau an seiner Seite gegeben. 1998 absolvierte er mit seiner damaligen Freundin und späteren Frau Nicola Leske in Bonn einen großen Auftritt. Zwei Jahre später tauchten Gerüchte um eine Ehekrise des Paares auf - das dann überraschend und demonstrativ Hand in Hand beim Ball über den roten Teppich schritt. Diesmal sorgte Fischers Freundin im langen schwarzen Kleid und silber funkelnden Ohrringen für Freude bei Fotografen und Ballgästen im festlich geschmückten Hotel Intercontinental.

          Eröffneten mit einem Walzer den Ball: Bundespräsident Horst Köhler und Ursula Gößling, die Frau des Vorsitzenden der Bundespressekonferenz
          Eröffneten mit einem Walzer den Ball: Bundespräsident Horst Köhler und Ursula Gößling, die Frau des Vorsitzenden der Bundespressekonferenz : Bild: dpa/dpaweb

          Langsam ließen sich die beiden von zahlreichen Leibwächtern den langen Weg durch die Menge bis zu ihrem Tisch im Ballsaal bahnen, wo später das Vier-Gänge-Menü serviert wurde. Minu Barati lächelte verschüchtert. Fischer antwortete auf Fragen nur knapp: „Ich bin hier, um mich zu amüsieren.“ Im Lauf des Abends gab er sich dann aber zusehends lockerer und unterhielt sich im Ballsaal mit den flanierenden Gästen.

          Bundespräsident Köhler und seine Frau Eva zeigten sich von Beginn an fröhlicher und gaben bereitwillig Auskunft über ihre gemeinsame Vorliebe fürs Tanzen. Nach seinem Eröffnungswalzer mit der Frau des Vorsitzenden der Bundespressekonferenz, Ursula Gößling, verschwand Köhler nochmals mit seiner Frau auf der überfüllten Tanzfläche. „Meine Frau liebt den Tanz“, sagte Köhler. Eva Köhler im geblümten und dunkelgrün schimmernden Kleid lobte strahlend: „Mein Mann ist ein sehr begeisterter Tänzer und ein sehr guter Tänzer. Und wir tanzen schon sehr lange gemeinsam bei Bällen.“

          Ball ohne Schöders und Merkel

          Etwas Wehmut bei den Veranstaltern hatten nur die Absagen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel ausgelöst. Die Liste der politischen Prominenz war trotzdem lang: Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD), die Ministerpräsidenten Peer Steinbrück (NRW) und Edmund Stoiber (Bayern) sowie FDP-Chef Guido Westerwelle mit seinem Freund. Für die Grünen kamen ihre Vorsitzende Claudia Roth in einem langen dunklen Mantel mit glitzerndem Besatz. Unter den 2.500 Gästen waren zudem Fraktionsvorsitzende, Generalsekretäre und Landesminister sowie Topmanager und zahlreiche Chefredakteure.

          Nicht nur viel Schmuck und manches Abendkleid glänzte, für Glitzern und Flimmern in den Bars und Tanzsälen sorgten bis in den Morgen hinein getreu dem Motto auch tausende Glaskristalle und verspiegelte Lampen und Champagnergläser. Marinierte Wachteln, gegrillte Spanferkel, Peking Ente, Hummer und Seezungen lagen auf Büfetts bereit.

          Daß der Kanzler kein prinzipieller Verächter von Bällen ist, ließ sich am Rande des Festes erfahren. Auf Einladung der österreichischen Regierung will Schröder Silvester und Neujahr in Wien verbringen. Und im Mittelpunkt der Feiern steht dabei neben dem Neujahrskonzert auch der großer Silvesterball.

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