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Klage von Jauch und Hehn : Bundesgerichtshof zeigt Grenzen für Promis als „Klickköder“ auf

  • Aktualisiert am

Klagte vor dem Bundesgerichtshof: TV-Moderator Günther Jauch Bild: dpa

Prominente müssen im Internet oft dafür herhalten, Klicks und damit Werbeeinahmen zu erzeugen. Günther Jauch und Sascha Hehn wehren sich gegen das sogenannte „Clickbaiting“.

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          Fotos prominenter Personen sind auf Internetseiten bares Geld wert und bringen neben der Aufmerksamkeit mehr Internetklicks und damit mehr Werbeeinnahmen. Doch gibt es für die ohne Erlaubnis veröffentlichten Fotos keinen Bezug zu einem redaktionellen Beitrag, verletzen Medien das Recht der betroffenen Personen am eigenen Bild, urteilte am Donnerstag der Bundesgerichtshof (BGH). Die Karlsruher Richter gaben damit in zwei Verfahren dem bundesweit bekannten TV-Moderator Günther Jauch sowie dem Schauspieler Sascha Hehn, früherer „Kapitän“ der ZDF-Serie „Das Traumschiff“, recht. (AZ: I ZR 120/19 und I ZR 207/19)

          Im ersten Fall hatte die Programmzeitschrift „TV-Movie“ am 18. August 2015 auf ihrem Facebook-Profil einen Post mit dem Titel „+++ Gerade vermeldet +++ Einer dieser TV-Moderatoren muss sich wegen Krebserkrankung zurückziehen. Wir wünschen, dass es ihm bald gut geht.“ Dazu wurden die Fotos von Roger Willemsen, Günther Jauch, Stefan Raab und Joko Winterscheidt veröffentlicht. In dem Beitrag ging es dann tatsächlich nur um Willemsen, der am 7. Februar 2016 an seiner Krebserkrankung starb.

          Jauch sah in der nicht genehmigten Foto-Veröffentlichung sein Recht am eigenen Bild verletzt. „TV Movie“ habe sogenanntes Clickbaiting betrieben; sein Foto sei ohne redaktionellen Bezug nur veröffentlicht worden, um mehr Internetklicks und damit mehr Werbeeinnahmen zu erreichen. Er verlangte eine fiktive Lizenzgebühr von mindestens 20.000 Euro.

          Auch Sascha Hehn klagte

          Im zweiten Verfahren hatte Sascha Hehn gerügt, dass sein Foto ohne Erlaubnis im Rahmen eines von „Bild am Sonntag“ initiierten kommerziellen „Urlaubslottos“ veröffentlicht wurde. Hauptpreis war eine 13-tägige Kreuzfahrt zu den Kanaren. Hehn hatte aber tatsächlich nichts mit dem „Urlaubslotto“ zu tun.

          Der BGH urteilte, dass sowohl bei Jauch als auch bei Hehn das Recht am eigenen Bild verletzt wurde. Die bundesweit bekannten Kläger hätten nur als „Klickköder“ gedient. Die Veröffentlichung ihrer Fotos sollten zu mehr Internetklicks und damit zu mehr Werbeeinnahmen führen. Nur weil mit den Werbeeinnahmen auch die journalistische Arbeit finanziert werden soll, könne dies eine Fotoveröffentlichung ohne redaktionellen Bezug nicht begründen.

          Im Fall von Jauch sei das Posting an der Grenze zur Falschmeldung gewesen. Die fiktive Lizenzgebühr von 20.000 Euro sei wegen des Marktwertes von Jauch nicht zu beanstanden.

          Hehn stehe ein Unterlassungsanspruch wegen der Fotoveröffentlichung zu. Bei dem Foto habe es sich zwar um ein Symbolbild gehandelt, welches sich damit teilweise von der Person des Klägers gelöst habe. Dies führe aber nicht dazu, „dass das Foto - selbst in einem redaktionellen Kontext - schrankenlos für die Bebilderung einer Kreuzfahrt genutzt werden darf“, so der I. BGH-Zivilsenat.

          Das kommerzielle Interesse des Gewinnspiels habe im Vordergrund gestanden. Die Fotoveröffentlichung habe keinen „nennenswerten Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung“ geleistet. Mit dem Urteil hat Hehn nun die Möglichkeit, ebenfalls eine Lizenzgebühr zu fordern.

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