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Brücke von Remagen : „Alles auf den Boden, jetzt wird gesprengt!“

Für Zeitzeuge Heinz Schwarz sind die stehengebliebenen Türme der Brücke von Remagen ein Aufruf, für den Frieden einzutreten. Bild: Wolfgang Eilmes

Vier stehengebliebene Türme als Mahnmal für einen zerstörerischen Krieg: Auf der Brücke von Remagen überquerten amerikanische Soldaten vor 75 Jahren den Rhein. Zeitzeugen erinnern sich an dramatische Stunden.

          5 Min.

          Die beiden pechschwarzen Brückentürme im kleinen Ort Erpel ragen wie mittelalterliche Burgfriede in den blauen Himmel. „Von dort oben hatte ich einen guten Blick über den Rhein nach Remagen“, sagt Heinz Schwarz. „Hinter den dicken Mauern hatte ich mich in den Wochen zuvor ziemlich sicher gefühlt.“ Doch als er am 7. März 1945 durch seinen Feldstecher schaute, fuhr dem damals 16 Jahre alten Flakhelfer ein heftiger Schreck durch die Glieder: In einer Gasse, die drüben in Remagen direkt auf die Brücke führte, war wie aus dem Nichts ein amerikanischer Soldat aufgetaucht.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Oberhalb von Remagen hatte die 9. US-Panzerdivision an jenem Tag vor 75 Jahren lediglich eine Rast einlegen wollen, als einige der Soldaten überrascht feststellten, dass die Ludendorff-Brücke, anders als erwartet, doch noch nicht gesprengt war. Die Wehrmacht wollte sie so lange wie möglich für den Rückzug nutzen. Für die Amerikaner bot sich deshalb die Chance, den Rhein viel früher zu überqueren als erwartet. Deutsche Soldaten versuchten noch hektisch, die Brücke zu zerstören. Die Explosion hob die Brücke zwar ein Stück an. Doch dann fiel die Eisenkonstruktion in ihre Lager zurück. Den Moment der Verwirrung danach nutzte eine kleine amerikanische Vorhut unter Führung des deutschstämmigen Leutnants Karl Timmermann, um die Brücke am Nachmittag zu überqueren. Binnen 24 Stunden folgten weitere 8000 Mann.

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