https://www.faz.net/-gum-8njmr

Bei Broadway-Musical Hamilton : Trump fordert Entschuldigung von Musical-Crew

  • Aktualisiert am

Mike Pence verlässt die Vorstellung. Bild: AP

Der zukünftige amerikanische Vizepräsident Mike Pence hat sich in New York das Hitmusical „Hamilton“ angeschaut. Die Schauspieler hatten am Ende eine Botschaft für ihn. Trump gefiel das gar nicht.

          Beim Besuch eines Musicals in New York haben Schauspieler an den künftigen amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence appelliert, die Werte des Landes zu bewahren. Der konservative Republikaner sah sich am Freitagabend (Ortszeit) eine Vorstellung des Hitmusicals „Hamilton“ am Broadway an. Bei seiner Ankunft wurde Pence vom Publikum teils mit Applaus und teils mit Buhrufen begrüßt, schrieb die „New York Times“.

          Nach der Vorstellung richteten Schauspieler einige Worte direkt an den Politiker. Brandon Victor Dixon sagte: „Wir haben heute Abend einen Gast im Publikum. Und Herr gewählter Vizepräsident Pence, ich sehe, Sie gehen gerade, aber ich hoffe, Sie hören uns noch ein paar Momente zu.“ Dann versuchte Dixon, die Zuschauer zu beruhigen: „Es gibt nichts zu buhen hier, meine Damen und Herren. Es gibt nichts zu buhen. Wir sind alle dabei, eine Geschichte der Liebe zu teilen. Wir haben eine Nachricht für Sie, Sir. Wir hoffen, dass Sie uns hören."

          Dann holte Dixon einen Zettel aus seiner Hosentasche, appellierte an die Zuschauer, seine Botschaft aufzuzeichnen, bedankte sich bei Pence für den Besuch und sagte an ihn gerichtet: „Wir sind das vielfältige Amerika, jene, die beunruhigt und ängstlich sind, dass Ihre neue Regierung uns, unseren Planeten, unsere Kinder und unsere Eltern nicht beschützen wird, uns nicht verteidigen wird und unsere unabänderlichen Rechte nicht aufrechterhalten wird. Wir hoffen, dass diese Aufführung Sie dazu inspiriert hat, unsere amerikanischen Werte aufrechtzuerhalten und für uns alle zu arbeiten.“

          Pence, der 57 Jahre alte ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Indiana, gilt als sozialkonservativ und bibelfest. Laut „New York Times" bekam er vom Foyer aus das gesamte Statement mit. Auf Twitter schlugen die verbalen Wellen danach zwischen Befürwortern und Gegnern des Appels hoch. Auch der zukünftige amerikanische Präsident Donald Trump meldete sich auf Twitter zu Wort. Er bezeichnete in seiner Nachricht den Appell der Hamilton-Crew als Belästigung und forderte sie auf, sich bei Pence zu entschuldigen.

          Das Hip-Hop-Musical um Alexander Hamilton, den ersten Finanzminister der Vereinigten Staaten, hat in Amerika einen beispiellosen Hype ausgelöst. Es gewann elf Musicalpreise „Tony“, einen Grammy sowie den Pulitzerpreis und spielt pro Woche etwa zwei Millionen Dollar ein. Das Stück gilt auch als revolutionär, weil die Geschichte der amerikanischen Gründerväter nahezu ausschließlich mit farbigen Darstellern besetzt ist.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Boris Johnson und die EU : Trotz allem – Partner

          In Brüssel hat man Boris Johnson in unangenehmer Erinnerung behalten. Dennoch sollten die „Europäer“ ihm, wo immer möglich, die Hand reichen – nur zu einem nicht.
          Laut Sebastian Kurz habe es sich bei der Datenvernichtung um einen „normalen Vorgang“ gehandelt.

          Datenträger geschreddert : Kurz und der Reißwolf

          Der damalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ließ nach dem Platzen der Koalition mit der rechten FPÖ durch einen Mitarbeiter inkognito Daten vernichten. Warum?

          Greta Thunberg in Paris : Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Für ihre kurze Rede erhält die Klimaaktivistin in der französischen Nationalversammlung viel Applaus, besonders aus Macrons Partei – obwohl Thunberg den Präsidenten zuvor kritisiert hat.
          Aufhören, wenn’s am schönsten ist Nach dem Pokalsieg 2018 verließ Boateng die Eintracht.

          Eintracht Frankfurt : Chance und Risiko der Boateng-Rückkehr

          Nach den Abgängen von Luka Jovic und Sébastien Haller sucht Frankfurt einen neuen Stürmer. Kommt Kevin-Prince Boateng tatsächlich zurück zur Eintracht? Eine Neuauflage der alten Liebe wäre ein Wagnis.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.