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Städtevergleich des ADFC : Bremen als fahrradfreundlichste Großstadt ausgezeichnet

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Zufrieden: Radfahrer in Bremen Bild: dpa

Deutschland wird zunehmend fahrradfreundlicher – zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Besonders in Berlin hat sich im vergangenen Jahr viel zu Gunsten der Radfahrer getan.

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          In der Corona-Zeit ist das Radfahren beliebter geworden. Doch auch zuvor schon versuchten Städte, die Möglichkeiten für den Radverkehr auszubauen. Nach einer Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hat sich die Fahrradfreundlichkeit an vielen Orten verbessert. In diesem Test zum „Fahrradklima“ fielen besonders die Städte Frankfurt, Wiesbaden, Würzburg, Böblingen, Landau in der Pfalz und Gaildorf positiv auf.

          Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zeichnete am Dienstag die laut ADFC fahrradfreundlichsten Städte aus. Bremen führt unter den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern vor Hannover und Frankfurt. Karlsruhe ist auf dem ersten Platz bei Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern – vor Münster und Freiburg. Göttingen liegt vorn bei Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern und lässt Heidelberg und Oldenburg hinter sich.

          Nordhorn (mehr als 50.000 Einwohner) liegt vor Bocholt und Konstanz, Baunatal (mehr als 20.000 Einwohner) vor Meckenheim und Westerstede sowie Wettringen (bis 20.000 Einwohner) vor Reken und Rutesheim. Ein Sonderpreis als Großstadt, die seit Corona am meisten für den Radverkehr getan hat, geht an Berlin: Dort sahen 80 Prozent der Befragten Hinweise für mehr Fahrradfreundlichkeit während der Pandemie.

          Der Fahrradclub hat für den neunten Städtevergleich 27 Aspekte abgefragt wie die Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer, öffentliche Fahrräder oder das Sicherheitsgefühl. An der Online-Umfrage beteiligten sich rund 230.000 Menschen. Das Ranking ist nicht repräsentativ, gilt aber als Stimmungsbarometer und hat die Aufmerksamkeit des Verkehrsministers. „Ich will, dass Radfahren wieder viel öfter Energie, Genuss, Lebensfreude wird“, sagte Scheuer.

          Dem Fahrradclub mit seinen mehr als 200.000 Mitgliedern geht die Entwicklung zu langsam. 80 Prozent finden die Radwege zu schmal, 75 Prozent halten mangelnde Falschparker-Kontrollen auf Radwegen für ein Problem und 69 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Die Fahrrad-Vereinigung und Scheuer forderten, dass Bundesländer und Kommunen Geld aus dem „Sonderprogramm Stadt und Land“ und aus dem Förderprogramm „Radnetz Deutschland“ nutzen sollen, um die Radinfrastruktur zügig auszubauen.

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