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Brände in Australien : Aus der Asche

Ausgebrannt in Colo Heights: Der Besitzer Chad Richards hat Fahrzeuge im Wert von umgerechnet 185.000 Euro verloren. Bild: Till Fähnders

Das Dorf Colo Heights wurde von dem „Mega-Feuer“ verwüstet. Viele Bewohner stehen nun vor den Trümmern ihrer Existenz. Dort zeigt sich aber auch, wie die Katastrophe die Menschen in Australien zusammengebracht hat.

          5 Min.

          Der Weg durch den Nationalpark ist wie eine Fahrt durch einen Geisterwald. Reste der Eukalyptusbäume ragen in die Höhe, verkohlte Stämme und rötlich-braune Rinde. Kilometer um Kilometer geht das so. Auf der Putty Road, die durch den Wollemi-Nationalpark führt, sind kaum Autos unterwegs. Dann kommt plötzlich ein offenes Grundstück in den Blick. Auf einer Sandfläche steht eine halboffene Telefonzelle. Sämtliche Plastikteile an dem Apparat sind geschmolzen. Nur die Metallhülle lässt sich noch erkennen. Das Hörerkabel hängt schlaff hinunter. Neben der Telefonzelle stehen die Überreste eines Hauses, kleinerer Gebäude und ausgebrannter Autos. Von einem Gebäude steht nur noch der Schornstein.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Es riecht wie ein gelöschtes Lagerfeuer. Niemand ist zu sehen. Die einstigen Bewohner müssen ihr ehemaliges Haus zurückgelassen haben. Von hier geht die Fahrt noch ein paar Minuten weiter in das Dorf Colo Heights. Wir hatten es schon einmal im November besucht. Damals hatten sich die Anwohner gerade auf die Buschfeuer vorbereitet. Ein Haus war schon abgebrannt, die Einsatzkräfte kämpften um viele weitere. Es war noch ziemlich am Anfang der Brandkatastrophe. Seit Oktober ist in Australien eine Fläche abgebrannt, die etwa einem Drittel der Größe Deutschlands entspricht. 32 Menschen kamen ums Leben. Schätzungen zufolge starben mehr als eine Milliarde Tiere. Tausende Häuser wurden zerstört. Regen und niedrigere Temperaturen haben vorübergehend Erholung gebracht. Nun lodern die Brände aber wieder auf.

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