https://www.faz.net/-gum-9obm7

Online-Auktion : Boris Beckers Tennis-Trophäen werden zwangsversteigert

  • Aktualisiert am

Boris Becker im April 2019 bei der „Players Night“ in München Bild: dpa

Nun also doch: Nachdem Boris Becker die letzte Zwangsversteigerung seiner Besitztümer im letzten Moment aufhalten konnte, beginnt heute die Online-Auktion. Unter den Hammer kommen zahlreiche Tennis-Trophäen.

          2 Min.

          Eine Nachbildung des Wimbledon-Pokals, eine Goldene Kamera, ein Bambi: Insgesamt 82 Erinnerungsstücke des Ex-Tennisstars Boris Becker werden nun in einer Online-Auktion zwangsversteigert. Sie endet am 11. Juli mit dem Verkauf an die Höchstbietenden, wie das Auktionshaus Wyles Hardy & Co in Hemel Hempstead bei London am Montag mitteilte. Damit soll Geld für die Gläubiger eingetrieben werden.

          Becker war im Juni 2017 von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Zahlreiche Gegenstände sollten daraufhin von dem Auktionshaus meistbietend versteigert werden. Dazu gehörten Pokale, Medaillen und Medien-Auszeichnungen, aber auch Persönliches wie Uhren und ein Paar Socken des 51-Jährigen.

          Der dreifache Wimbledon-Sieger sah durch die Versteigerung seine Würde verletzt. Beckers Anwälte hatten die Auktion Ende Juni 2018 daher in letzter Minute durch eine einstweilige Verfügung gestoppt – allerdings sollte der Erfolg nicht lange währen.

          „Ich freue mich sehr, dass die Auktion abgesagt wurde“, teilte Becker damals mit. Zugleich beklagte er sich bitterlich über das „merkwürdige Verhalten“ der Insolvenzverwalter. „Vielleicht würden sie auch gern meine Unterwäsche verkaufen.“

          In einem Interview der „Bild am Sonntag“ schätzte Becker, dass die Memorabilien – mit viel Glück und einem echten Fan als Käufer – vielleicht 100 000 Euro einbringen könnten. „Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge.“ Ein Sprecher des Auktionshauses wollte am Montag keine konkrete Schätzung abgeben, hält aber die von Becker genannte Summe für zu gering.

          Trophäen und Repliken, darunter der Sieger-Pokal für die Wimbledon Championships von 1985 und 1986 (Mitte)

          Der Ex-Tennisstar zog noch ein Ass: Er gab an, diplomatische Immunität zu genießen – er könne daher nicht belangt werden: Er sei nämlich zum Sport-Attaché in der EU-Vertretung der Zentralafrikanischen Republik berufen worden. Mit seiner schwierigen Situation habe diese Aufgabe aber nichts zu tun, betonte er. Jedoch machten die Behörden des afrikanischen Landes unterschiedliche Aussagen, ob diese Berufung wirksam sei.

          Schließlich erklärte Becker im vergangenen Dezember, er mache seinen Diplomatenstatus nicht länger geltend. Das Konkursgericht verlängerte den Insolvenzstatus Ende 2018 auf unbestimmte Zeit.

          Die vergangenen Monate waren nicht die besten seines Lebens. Zu der Misere um seine finanziellen Verhältnisse kam auch noch die Trennung der Tennis-Legende von Ehefrau Lilly nach neun Ehejahren hinzu.

          Einen Polizeieinsatz in seiner Londoner Villa kommentierte Becker mit dem Satz: „Wie Sie alle wissen, habe ich eine sehr temperamentvolle Frau, die kann schon mal lauter werden.“ Auch Lilly meldete sich zu Wort und sagte dem „Stern“: „Wir waren in allem immer sehr leidenschaftlich, im Leben, in der Liebe und im Streit.“

          Weitere Themen

          Ist Joggen bei Frost ungesund?

          Sport im Winter : Ist Joggen bei Frost ungesund?

          Wer im Winter draußen Sport treibt, sollte sich langsam an die Niedrigtemperaturen anpassen. Es gibt noch mehr für das Fitnesstraining bei Kälte zu beachten.

          Sechs Todesopfer auf Vulkaninsel geborgen

          Neuseeland : Sechs Todesopfer auf Vulkaninsel geborgen

          Noch immer ist die Gefahr eines abermaligen Vulkanausbruchs auf White Island groß. Dennoch wagte sich nun ein Team von sechs Männern und zwei Frauen auf die Insel, um die Leichen der acht Vermissten zu suchen.

          Topmeldungen

          Triumphaler Wahlsieg: Boris Johnson am Freitagmorgen in London

          Sieben Antworten zur Wahl : Naht das Ende des Vereinigten Königreichs?

          Boris Johnsons Konservative triumphieren, Labour und die kleinen Parteien haben wenig zu lachen – bis auf schottische Nationalisten und irische Republikaner. Unser Korrespondent beantwortet die wichtigsten Fragen zur britischen Wahl.
          Sollen am Checkpoint Charlie die Brandwände sichtbar bleiben, als Erinnerung an die Teilung Berlins? Oder soll man hier Hochhäuser bauen und die Erinnerung einem unterirdischen Museum überlassen?

          Dauerbaustelle Berlin : Unter dem Pflaster liegt der Filz

          Der Skandal um die Bauakademie und weitere Berliner Symbolprojekte zeigen, dass die Kulturpolitik ein Kungelei- und Kompetenzproblem hat. Wird man wenigstens im Streit um den Checkpoint Charlie eine gute Lösung finden?

          EU-Gipfel in Brüssel : Polen stellt sich quer

          Der EU-Gipfel sagt zu, die EU bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen - ausgenommen Polen. Warschau blockiert so das erhoffte Signal zum Ende der Klimakonferenz in Madrid.
          Allein geht es nicht: Der Rapper Kollegah kann sich forsche Töne leisten, weil er einen Beschützer hat.

          Familienclans und Rocker : Die „Rücken“ der Rapper

          Rapper in Deutschland haben oft mit kriminellen Milieus zu tun. Sie lassen sich von Rockern und Clans beschützen. Wenn die Hintermänner streiten, wird es gefährlich. Ein Einblick in die Welt von Kollegah, Capital Bra und Bushido.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.