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Boris Becker : Das geht gar nicht

  • -Aktualisiert am

„Alle auf den Kleinen“: Boris Becker in der RTL-Sendung. Bild: dpa

Der Witwe Bolte stand die Schleife besser, aber an ihrer hingen auch nicht zwei Fliegenklatschen. Dafür hatte die Witwe Bolte einen stolzen Hahn. So einer war auch Boris Becker einmal, bevor er sich dieser Fernseh-Demütigung hingab.

          Die RTL-Zuschauer wurden am Freitagabend Zeugen des traurigen Niedergangs eines ehemaligen Stars. Einem Ereignis von solch eklatanter Bedeutung, dass Boulevardzeitungen in allen Windungen dokumentierten, wie sich der vermeintliche Grandseigneur von Wimbledon in schwindelerregender Geschwindigkeit selbst demontiert. So etwas sah die deutsche Nachkriegsgeschichte kein zweites Mal. Das hat nicht einmal Lothar Matthäus geschafft. Aber der twittert auch nicht.

          Boris Becker, dessen Auftritt in der Sendung von Oliver Pocher ein Twitter-Gefecht mit dem medialen Einfaltspinsel vorausgegangen war, soll mit Frau Lily laut Kölner „Express“ 250.000 Euro Gage für den Verlust seiner Würde bekommen. Produziert wird die Sendung von Günther Jauch. Becker hat versichert: „Am Hungertuch nage ich nicht.“ Man sieht es.

          Zum Lachen ist das nicht

          Manchen Marken ist Boris Becker heute zu peinlich, als dass sie ihn noch einladen würden. Würde er im Dschungelcamp oder bei Big Brother landen, es würde niemanden mehr wundern. „Er sollte sich eine Scheibe von seiner Ex-Frau Barbara abschneiden“, sagt Prominenten-Managerin Ute Zahn. „Die hat alles richtig gemacht. Sie ist sympathisch, erfolgreich, aber vor allem hat sie ein Ziel.“

          Das scheint Boris Becker heute zu fehlen. Sponsoren hat er zwar, aber die scheinen nicht um die Aufwertung ihrer Marke bemüht zu sein. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, schreibt Becker auf Twitter. Zum Lachen ist das alles leider nicht.

          Geld wird Becker immer verdienen können, nur seine Reputation kommt damit nicht zurück. Und wer zieht hier jetzt einen Schlussstrich? Über seinen jüngsten Auftritt ließe sich im Jargon Angela Merkels sagen: „Das geht gar nicht.“ Beckers Frau Lily hat immerhin versprochen, dass nach dem RTL-Spektakel Ruhe einkehren wird: „Wir sind keine Teenager mehr.“ Vorüber wird diese Farce aber wohl erst dann sein, wenn Ronald Pofalla sie für beendet erklärt.

          Die Sendung

          „Becker gegen Pocher – der Showdown“ läuft um 20.15 Uhr auf RTL.

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