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Neuer Insolvenzverwalter : 15 Gläubiger wollen Geld von Boris Becker

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Boris Becker im Frankfurter Römer bei der Pressekonferenz des Deutschen Tennis-Bundes in dieser Woche. Dort wurde er als neuer „Head of Men’s Tennis“ vorgestellt. Bild: dpa

Der staatliche Insolvenzverwalter in London übergibt das Verfahren von Boris Becker an ein Privatunternehmen. Offenbar ist die Aufgabe, das Vermögen des ehemaligen Tennisstars zu ordnen, schwieriger als angenommen.

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          Das Insolvenzverfahren gegen Boris Becker ist einem Medienbericht zufolge komplizierter als zunächst angenommen. Bisher haben 15 Gläubiger beim Londoner Insolvency Service Ansprüche angemeldet. Das berichtet der „Focus“. Das Verfahren sei inzwischen so umfangreich, dass am Montag dieser Woche der Gerichtsbedienstete, der üblicherweise Privatinsolvenzen selbst verwaltet, den Komplex an ein Privatunternehmen übergeben habe. „Es ist bei solch schwierigen Insolvenzen üblich, externe Insolvenzverwalter zu beauftragen“, erklärte ein Sprecher der Behörde gegenüber dem „Focus“.

          Stephan Madaus, der ausländisches Insolvenzrecht an der Universität Halle-Wittenberg lehrt, bestätigte auf Anfrage von FAZ.NET die Einschätzung des Magazins, dass dem Gerichtsbediensteten Beckers Fall offenbar zu aufwendig sei. In diesem Fall dürfe er die Verwaltung von Beckers Vermögen an einen Insolvenzverwalter abgeben. Für Becker habe das keine Auswirkungen. „Er hat nur einen neuen Ansprechpartner.“

          Als neuer Insolvenzverwalter wurde laut „Focus“ Mark Ford vom Londoner Finanzdienstleister Smith & Williamson bestellt. Er müsse nun feststellen, über wie viel Vermögen Becker, der im Lauf seiner Karriere 180 Millionen Euro verdient haben soll, noch verfügt. Die Berechnungen gestalteten sich schwierig, weil viel Geld über Firmen und Beteiligungsgesellschaften geflossen sei.

          Becker hat einen neuen Job angenommen

          Gegen Becker wurde im Juni in Großbritannien auf Antrag des Bankhauses Arbuthnot Latham & Co. eine „bankruptcy order“ verhängt, weil er laut Gericht erhebliche Zahlungsrückstände auf „substantielle“ Schulden hat. Für den früheren Sportstar bringt das Insolvenzverfahren einschneidende Veränderungen mit sich.

          Wer in Großbritannien für zahlungsunfähig erklärt wird, der hat keinen Zugang mehr auf seine Bankkonten und muss seine Bankkarten abgeben. Die meisten Vermögenswerte werden an einen amtlichen Treuhänder übertragen. Der Insolvenzverwalter hat die Aufgabe, aus dem vorhandenen Vermögen innerhalb eines Jahres so viele Schulden wie möglich zu begleichen. Währenddessen bekommt der Schuldner lediglich genügend Geld bewilligt, um alltägliche Ausgaben zu bestreiten. Danach wird er von seinen Restschulden befreit.

          Während in London sein Insolvenzverfahren läuft, wurde Becker in dieser Woche vom Deutschen Tennis-Bund (DTB) als „Head of Men‘s Tennis“ vorgestellt. Auf Einnahmen aus diesem Job, mit denen Schulden getilgt werden könnten, brauchen die Insolvenzverwalter allerdings nicht zu hoffen: Der DTB bestätigte bei der Pressekonferenz, dass Becker den Job ehrenamtlich machen und nur für seinen Aufwand und seine Reisekosten entschädigt werde. Seine Kollegin Barbara Rittner erhält für die selbe Tätigkeit dagegen einen Lohn.

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