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Flüge umgeleitet : Bombenentschärfung legt Dresdner Flughafen lahm

  • Aktualisiert am

Flugzeug am Boden auf dem Flughafen in Dresden (Archivbild) Bild: dpa

Die Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Dresden ist am Mittwoch im ersten Anlauf fehlgeschlagen. Die Polizei warnt vor falschen Informationen, wonach Bewohner wieder zurück in ihre Wohnungen könnten.

          Der Dresdner Flughafen ist wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe am Mittwoch bis auf weiteres lahmgelegt. Wie ein Flughafensprecher auf Anfrage mitteilte, wurden bereits mehrere ankommende Flugzeuge nach Leipzig umgeleitet oder hoben am Herkunftsort gar nicht erst ab. Davon war am Nachmittag zum Beispiel die Maschine aus Moskau betroffen, deren Rückflug von Dresden deshalb auch ausfällt. Wann der Flugbetrieb wieder normal funktionieren wird, blieb offen.

          Die Entschärfung der Weltkriegsbombe war am Mittwoch im ersten Anlauf fehlgeschlagen. Wie die Polizei am Mittag mitteilte, mussten die Arbeiten unterbrochen werden, nachdem der mechanische Zünder freigelegt worden war. Nach Einschätzung der Experten sei die Explosionsgefahr höher als erwartet. Über das weitere Vorgehen sollte nach einer Beratung entschieden werden.

          Die Polizei kündigte an, dass die Maßnahmen noch mehrere Stunden andauern würden. Die Anwohner des Sicherheitsbereichs wurden aufgefordert, außerhalb der Absperrung zu bleiben. Auf Twitter warnte die Polizei vor falschen Informationen, wonach alle wieder zurück in ihre Wohnungen könnten. „Achtung Fakenews! Entgegen anders lautender Informationen dauert die Entschärfung noch mehrere Stunden an“, schrieb die Polizei.

          Wann die Sperrungen aufgehoben werden können, war zunächst nicht absehbar. Offen blieb auch, ob eine Entschärfung vor Ort weiterhin möglich ist oder auch eine gezielte Sprengung des Blindgängers in Erwägung gezogen werden muss. Von den Sperrungen waren auch der Zug- und Nahverkehr betroffen.

          Zuvor waren die Evakuierungen für die Entschärfung der Fliegerbombe abgeschlossen worden. Laut Polizei waren die letzten Betroffenen kurz vor 10.00 Uhr aus dem Sperrgebiet in Sicherheit gebracht worden. Insgesamt waren 8700 Menschen von der Evakuierung betroffen. Die Maßnahmen hatten in der Nacht begonnen und viele Stunden angedauert. Nachdem die Polizei noch einmal den Sicherheitsbereich kontrolliert hatte, begannen die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit der Entschärfung des Blindgängers.

          Die 250 Kilogramm schwere Bombe englischer Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg war am Vortag bei Bauarbeiten entdeckt worden. Eine bereits für die vergangene Nacht geplante Entschärfung hatte sich wegen der umfangreichen Evakuierungsmaßnahmen verzögert. Vor allem die Räumung einer geriatrischen Klinik und zweier Seniorenheime hatte viel Zeit erfordert. Fast 1300 Menschen wurden in einer Notunterkunft in der Messe Dresden aufgenommen, teilte die Polizei mit.

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