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Millionen Babys gerettet : Der Mann mit dem goldenen Arm

  • -Aktualisiert am

James Harrison liegt während der Blutspende in einer liege und wird dabei von Müttern mit ihren Kindern umgeben. Bild: dpa

Der Australier James Harrison hat über die Jahre hinweg mehr als zwei Millionen Babys das Leben gerettet. Insgesamt 1173 Mal ging er zur Blutspende – und lieferte den Ärzten Blut mit seltenen Antikörpern.

          Wenn es einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde für die meisten Menschenleben gäbe, die ein einzelner Mensch gerettet hat, James Harrison aus New South Wales hätte gute Chancen. Der 81 Jahre alte Australier hat über sechzig Jahre hinweg insgesamt 1173 Mal Blut gespendet und laut dem Blutspendedienst des australischen Roten Kreuzes damit mehr als zwei Millionen Kindern das Leben gerettet.

          Das liegt daran, dass Harrisons Blutgruppe sehr selten ist: Er ist Rhesus-negativ, aus seinem Blut kann sogenanntes Anti-D-Immunglobulin gewonnen werden. Das können Ärzte schwangeren Frauen verabreichen, die Rhesus-negativ sind, wegen ihres Rhesus-positiven Partners aber ein Rhesus-positives Baby austragen. Anti-D hilft der Mutter, das ungeborene Baby nicht abzustoßen. Nach Schätzungen des Roten Kreuzes benötigen rund 17 Prozent der schwangeren australischen Frauen Anti-D-Injektionen.

          Über all die Jahre musste Harrison immer wieder seine starke Abneigung gegen Nadeln überwinden. Nie habe er dabei zugesehen, wie eine von ihnen seine Haut durchstach. In der vergangenen Woche ging Harrison laut einem Bericht der „New York Times“ zum letzten Mal in seinem Leben zur Blutspende. Um seine eigene Gesundheit nicht zu gefährden, rieten die Ärzte von weiteren Spenden ab.

          Eine Operation im Alter von vierzehn Jahren war der Anstoß für all die Jahre, in denen Harrison der Blutspende treu blieb. Damals benötigte er während einer Operation selbst Spenderblut – und erfuhr später, dass er ohne dieses nicht überlebt hätte. James Harrison betrachtete es fortan als seine Pflicht, etwas von dem zurückzugeben, was er einst bekommen hatte. Der ehemalige Eisenbahnbeamte sprach bei seiner letzten Spende vom „Ende einer Ära“. „Es war traurig, weil ich das Gefühl hatte, dass ich weitermachen könnte.“

          Der Blutspendedienst richtete sich in einem Dankschreiben auf Facebook an Harrison und rief die Nutzer auf, sich mit eigenen Bildern und Botschaften bei dem Spender zu bedanken. Für die Herstellung von Anti-D-Injektionen könne man nur auf das Blut von landesweit 160 Spendern mit den seltenen Antikörpern im Blut zurückgreifen, so das australische Rote Kreuz. 

          Laut der „New York Times“ waren in den Jahrzehnten des Blutspendens die Treffen mit Müttern, Krankenschwerstern und anderen Menschen, die ihm für seinen Einsatz persönlich danken wollten, besonders schön für Harrison gewesen. Auch seine eigene Tochter profitierte vom lebensrettenden Blut ihres Vaters – und brachte mithilfe von Anti-D zwei gesunde Kinder zur Welt. Und einen Guinness Weltrekord hält Harrison tatsächlich: Den für die meisten Blutspenden eines einzelnen Menschen.

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