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Peter Lenks Kretschmann-Statue : „Es geht nicht um Denunziation“

Bildhauer Peter Lenk mit seiner Statue, die den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zeigt. Bild: dpa

Der Bildhauer Peter Lenk spricht im Interview über sein kontrovers diskutiertes Denkmal mit Winfried Kretschmann in Stuttgart sowie potentielle Skulpturen von Armin Laschet und Annalena Baerbock.

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          Herr Lenk, die Stadt Stuttgart will Ihr Kunstwerk „S21 – Das Denkmal“ nicht an zentraler Stelle vor dem Stadtmuseum haben. Stattdessen schlägt Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) vor, es auf dem Stockholmer Platz aufzubauen: in der Nähe der Stadtbibliothek und am Eingang des neuen Stadtquartiers, das im Zuge von Stuttgart 21 entstehen soll. Weshalb lehnen Sie das ab?

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Ich bin 74 Jahre alt, ich mache keine Kompromisse. Dieser Platz ist architektonisch und inhaltlich völlig uninteressant. Das ist ein Alibi-Platz. Da würde mein Denkmal an die Wand geklatscht, nachts kommen dann ein paar Jugendliche zum Saufen vorbei. Kunst im öffentlichen Raum muss einen Bezug zu anderen Gebäuden haben, sonst ist es nur eine Stadtmöblierung. Der erste Platz, der angeboten wurde, war der Mittelstreifen auf der Bundesstraße14. Daran sieht man, welcher Platz meiner Kunst im öffentlichen Raum zugeteilt werden soll. Die neoklassizistische Fassade des Museums passt wunderbar zu den Putten meines Laokoon mit Winfried Kretschmann im Mittelpunkt, der nicht gegen Schlangen, sondern gegen ICE-Züge kämpft.

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