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„Game Changers“ : Vorbild-Band

Bereits mit 13 Jahren bestritt Conchita Cintron ihren ersten öffentlichen Stierkampf. Bild: Getty

Sportlerinnen kämpfen hart für den Erfolg. Dennoch stoßen ihre Geschichten auch heute noch auf wenig Interesse. Der Bildband „Game Changers“ der Filmemacherin Molly Schiot soll das ändern.

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          „Dieses Buch ist allen Frauen gewidmet, denen immer wieder gesagt wurde: Nein!" So beginnt der Bildband „Game Changers“ von Molly Schiot. Die Filmemacherin, die in Los Angeles zu Hause ist, stellt Frauen vor, die mit beeindruckender Überzeugung und innerer Stärke im Sport ihren Weg gegangen sind – trotz aller Widerstände, Benachteiligungen und Nein-Sager. Die Geschichten handeln vom ersten Golfclub für Afro-Amerikanerinnen, dessen Platz auf einer ehemaligen Müllkippe gebaut wurde, zwischen alten Autoreifen und rostigen Blechbüchsen; von der ersten Schiedsrichterin im Profi-Baseball, die von ihren männlichen Kollegen schikaniert wurde; oder von der ersten Frau, die den Boston-Marathon lief und sich dabei Übergriffen männlicher Läufer erwehren musste.

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          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Impuls für Schiots Buch ging ebenfalls auf ein Nein zurück. Sie hatte einem Sportsender eine Dokumentation über weibliche Sport-Idole vorgeschlagen – und war auf Desinteresse gestoßen. So begann sie im September 2014, auf Instagram unter @theunsungheroines, „die unbekannten Heldinnen“, jeden Tag das Bild einer herausragenden Athletin der Sportgeschichte zu veröffentlichen. Als „persönlichen Protest“ gegen die Erkenntnis, dass in Amerika zahlreiche männliche Sporthelden gefeiert werden, die Leistungen weiblicher Vorbildfiguren aber oft vergessen sind.

          Auf der Suche nach Heldinnen

          Schiot holte die übersehenen Geschichten ans Licht: über Frauen, die wegen ihrer Hautfarbe von Tennisturnieren ausgeschlossen wurden; die sich als Männer ausgeben mussten, um Baseball spielen zu dürfen; die eine Goldmedaille gewannen, denen ihr weißer Bürgermeister aber bei der Ehrung danach den Handschlag verweigerte.

          Schiots Projekt war so erfolgreich, dass daraus ein Buch entstand. Es zeigt eine faszinierend-bunte Mischung biographischer Skizzen über starke Charaktere wie Stierkämpferin Conchita Cintron (unser Bild), Skateboarderin Peggy Oki, Kanalschwimmerin Gertrude Ederle oder Hundeschlittenführerin Susan Butcher. Aus Deutschland sind Rallyepilotin Jutta Kleinschmidt und Schwimm-Olympiasiegerin und Doping-Opfer Rica Reinisch dabei. Molly Schiot sagt, mit dem Projekt habe sie unbewusst wohl nach den Heldinnen gesucht, die sie selbst als Kind vermisst hatte. „Jetzt habe ich sie definitiv gefunden.“

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