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Beruf und Familie : Auch Väter müssen lernen, zu verzichten

Morgens um halb elf auf dem Spielplatz? Dort trifft man die „neuen“ Väter im Gegensatz zu den „alten“ oft. Bild: Frank Röth

Wenn Väter es ernst meinen mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, müssen auch sie Abstriche machen, was Geld und ihre Karriere angeht.

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          Als vor etwa 15 Jahren die „neuen Väter“ erfunden wurden, räumten ihnen Magazine und Zeitungen viel Platz ein. Diese bärtigen und doch sensiblen, starken und doch einfühlsamen, hippen und doch liebevollen Männer um die dreißig waren so etwas wie die Kinder einer Revolution. Eine wichtige Weichenstellung dieser Entwicklung, eine juristische Blaupause der Utopie sozusagen, war das Elterngeld, ausgerufen von Renate Schmidt, ausgeführt von Ursula von der Leyen, also den ehemaligen Familienministerinnen von SPD und CDU. Die beiden hatten dafür gesorgt, dass seit 2007 nach der Geburt eines Kindes bis zu 14 Monate lang ein einkommensabhängiger Sozialtransfer gezahlt wird, wenn beide Partner eine Auszeit nehmen.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Natürlich gab es auch vor den „neuen“ längst auch bereits „alte Väter“, die sich die Familienarbeit mit ihren Partnerinnen teilten. Die zurücksteckten, damit diese beruflich vorankamen und die vom Wickeln bis zum Pastinakenbrei ein breites Repertoire an Elternaufgaben beherrschten. Doch morgens um elf auf dem Spielplatz hatte man diese Vorgänger selten getroffen. Auch wenn der Anteil der Väter mit mehr als zwei Elterngeldmonaten anfangs gering war, erlebten bald immer mehr diesen Teil der Familienarbeit. Die Bilderstrecken in Magazinen verbreiteten den Eindruck, hier gehe es um eine Generationenerfahrung. Babyschwimmkurse als Gegenstand von Kneipengesprächen, Internetforen über die beste Fortbewegung mit Babys. Ja, daran war schon etwas neu.

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