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Komiker zur Flüchtlingsdebatte : Das Ei des Hoëcker

  • -Aktualisiert am

Komiker Bernhard Hoëcker: „Wissenschaft finde ich viel interessanter als Politik.“ Bild: Picture-Alliance

In einer Talkshow will Komiker Bernhard Hoëcker den Panikmachern die Angst vor Flüchtlingen nehmen – und versucht es mit Mathematik. Kann das gelingen? Das Video ist jedenfalls ein viraler Hit.

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          "Politik ist eigentlich nichts für mich", sagt der Komiker Bernhard Hoëcker gleich zu Beginn seiner Einlage in der NDR-Talkshow. Trotzdem versucht er mit seinen Möglichkeiten den Skeptikern und allen jenen besorgten Bürgern, die es in der derzeitigen Flüchtlingsdebatte gibt, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Auf Facebook und Twitter geht das Video durch die Decke.

          „Im Moment haben wir ja alle Angst, dass wir von Flüchtlingen überschwemmt werden“, sagt Hoëcker. Dabei komme es doch nur auf das Verhältnis an. Er tritt den mathematischen Beweis an, dass die Sorgen der deutschen Bürger unberechtigt sind. Und dafür braucht er nicht einmal zwei Minuten.

          Etwa eine Million Flüchtlinge seien bisher nach Deutschland gekommen. Wenn man die Einwohnerzahl Deutschlands betrachtet – ungefähr 80 Millionen Menschen leben hier – würde sich ein Verhältnis von eins zu achtzig ergeben.

          Ein Achtzigstel, das klingt abstrakt. Damit es auch dem NDR-Zuschauer klar wird, rechnet er die Flüchtlingszahlen auf die Gäste im Studio herunter. Hoëcker springt vom Talk-Sofa und fordert zwei Zuschauerinnen auf von ihren Stühlen aufzustehen. Im Studio seien in diesem Moment etwa 120 Menschen, die für die deutsche Bevölkerung stehen. Die zwei stehenden Zuschauerinnen würden die Flüchtlinge repräsentieren. Die Kamera zeigt das gesamte Fernsehstudio – die zwei stehenden Zuschauerinnen wirken verloren zwischen den ganzen Sitzmöbeln.

          Für Hoëcker ist das der Beweis, das alle Sorgen übertrieben sind. Großes Studio, kleine Zuschauer. Großes Deutschland, kleiner Flüchtlingsstrom. Bernhard Hoëcker hat sein ganz persönliches Ei des Kolumbus entdeckt: „Und wenn man jetzt noch aufsteht und bereit ist zu sagen: Diese wenigen Menschen überfluten die Kultur dieses Studios – dann muss man ein Problem haben.“

          Wenn doch alle nur mal auf Bernhard Hoëcker hören würden. „Wenn ihr jetzt anfangt und seid auf einmal Metal-Fans“, sagt er zu den aufgestandenen Gästen, „würden wir auf einmal alle Metal hören? Nein!“ Für den Komiker und Hobby-Mathematiker ist die Flüchtlingskrise „ganz einfach – überhaupt kein Problem!“ Den Beweis dazu hat er jedenfalls schon mal angetreten. Quod erat demonstrandum.

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