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Kurz nach Afrikatour : Berliner Rallyefahrerin Heidi Hetzer gestorben

  • Aktualisiert am

Heidi Hetzer im April 2019 auf Zwischenstopp in Südafrika Bild: Claudia Bröll

Die Berliner Rallyefahrerin Heidi Hetzer ist an den Ostertagen in Berlin gestorben. Zuletzt war die Weltreisende auf einer längeren Tour durch Afrika überfallen worden. Groll empfand sie nicht.

          Die Berliner Rallyefahrerin Heidi Hetzer ist tot. Sie sei über die Ostertage gestorben, teilten ihr Sohn und ihre Tochter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. „Sie war zuhause in ihrer Wohnung in Berlin als es geschah.“ Heidi Hetzer wurde 81 Jahre alt. Zuvor hatte die „B.Z.“ darüber berichtet.

          Die genaue Todesursache sei noch nicht bekannt, aber es deute alles auf Altersschwäche oder einen Unfall hin, teilten Hetzers Kinder weiter mit. Möglich sei ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. „Die Umstände ihres Todes sind auch lange nicht so wichtig wie die ihres Lebens. Sie hat bewusst und öffentlich gelebt, so als wäre jeder Tag ihr letzter“, schrieben Sohn Dylan und Tochter Marla.

          Die ehemalige Autohaus-Chefin hatte vor gut zwei Jahren mit einer Weltreise viel Aufsehen erregt: Zweieinhalb Jahre war sie damals mit „Hudo“, einem Hudson Great Eight, Baujahr 1930, unterwegs gewesen. Hunderte Menschen empfingen sie bei ihrer Rückkehr im März 2017 am Brandenburger Tor.

          Mit Autos kam Hetzer früh in Berührung: Sie lernte Kfz-Mechanikerin im väterlichen Betrieb. Mit 31 Jahren übernahm sie 1969 das Unternehmen ihres Vaters und baute es zu einem der größten Autohäuser Berlins aus. Sie führte es bis 2012 und gehörte zu den erfolgreichen Unternehmerinnen der Stadt. Hetzer war Oldtimer-Fan und nahm gern an Rallyes teil. Sie gewann mehr als 150 Preise.

          Gefeierte Reisende: Heidi Hetzer kommt 2017 nach ihrer Weltreise in einem Oldtimer zurück nach Berlin. Bilderstrecke

          Zuletzt war sie mit einem rosa Jeep auf einer längeren Tour durch Afrika. Sie fuhr von Ägypten bis nach Südafrika, an 160 Tagen 30.000 Kilometer durch zehn Länder. Am Schluss wurde sie ausgeraubt – ausgerechnet im Touristenort Kapstadt. Zwei Diebe rissen ihr durch das offene Autofenster ihr iPad und ihre Tasche vom Schoß. Groll empfand Hetzer nicht. „Das kann einem überall auf der Welt passieren, auch in Berlin, ich war selber schuld“, sagte sie im Gespräch mit der F.A.Z.

          „Jeder Tag ein Geschenk“

          An ein Ende des Reisens dachte die Weltenbummlerin nicht. Vielleicht gehe es danach nach Neuseeland oder Südamerika, sagte sie. Mit ihrem Geländewagen könne sie noch Zehntausende Kilometer zurücklegen. „Warum auch nicht? Wenn ich in meinem Auto schlafen kann, brauche ich nur noch Benzin – und das ist fast überall billiger als zu Hause.“

          Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) würdigte Hetzer am Dienstag als „einzigartige und sympathische Botschafterin unserer Stadt“. „Berlin wird die Frau mit ihrer Auto-Handtasche und der Berliner Schnauze nie vergessen“, schrieb Müller. Hetzer habe „volle Pulle gelebt und gearbeitet“. Ihre Leidenschaft sei das Autofahren gewesen. Von Anfang an, im Blaumann und mit Motoröl an den Händen, habe sie sich in der automobilen Männerwelt als Frau durchgesetzt. „Sie hat Emanzipation gelebt, ohne viel zu fragen.“

          In der Mitteilung ihre Kinder hieß es: „Sie hat verstanden – und auch oft gesagt –, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Bis zuletzt hatte sie eine Offenheit, eine Neugier auf das Fremde, und einen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen. Ihre Familie hatte sie sehr lieb und wird sie sehr vermissen.“

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