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Silvesternacht : Berliner Feuerwehr mit Schusswaffen bedroht

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Die größte Silvesterparty Deutschlands stieg am Brandenburger Tor in Berlin. Bilderstrecke
Die größte Silvesterparty Deutschlands stieg am Brandenburger Tor in Berlin. :

In Köln und Hamburg feierten die Menschen meist friedlich. Rund um die Landungsbrücken und den Jungfernsteig zählte die Feuerwehr in der Hansestadt Zehntausende; auch die Reeperbahn wurde zum Partyzentrum. Auf der Domplatte in Köln herrschte vor einer Konzertbühne Polizeiangaben zufolge ebenfalls eine entspannte Atmosphäre.

„Am normalen Wochenende ist in Köln mehr los“

Nach den massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren und wegen der erhöhten Terrorgefahr wurden die Sicherheitsvorkehrungen vielerorts verstärkt. So wollte die Polizei in Köln vor allem auf dem Bahnhofsvorplatz verhindern, dass sich größere Gruppen bilden. 

Ein Polizeisprecher in Köln sagte am Montagmorgen, neun Frauen hätten angegeben, unsittlich angefasst worden zu sein. Drei Tatverdächtige seien identifiziert worden. Szenen wie in der berüchtigten Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren habe es nicht gegeben. So sei es nirgends zu Zusammenrottungen von mehreren hundert Menschen gekommen.

„Die Lage ist heute ausgesprochen ruhig und angenehm“, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Sonntagabend im Rathaus. Polizeipräsident Uwe Jacob bestätigte: „Die Lage ist sehr ruhig zurzeit.“ Es habe bisher 54 Personenkontrollen und neun Platzverweise gegeben. „An jedem normalen Wochenende ist in Köln mehr los - bisher.“ Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, man müsse abwarten, wie die Nacht sich noch entwickle. Das Sicherheitskonzept, das Köln entwickelt habe, sei in jedem Fall „spannend und hochinteressant“.

Rund um den Dom hat die Stadt eine böllerfreie Sicherheitszone eingerichtet. Die Ein- und Ausgänge werden von Wachleuten kontrolliert. Die Polizei ist in Köln mit 1400 Beamten präsent. Vor zwei Jahren war es in der Kölner Silvesternacht zu massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen. Viele Beschuldigte waren Nordafrikaner und Flüchtlinge.

Die Sicherheitskräfte legen dieses Jahr besonderen Wert darauf, dass sie nicht nach Aussehen oder Nationalität kontrollieren, sondern nur nach Verhalten. Rund um den Dom feierten auffallend viele Migranten und auch Flüchtlinge. Dompropst Gerd Bachner, der Hausherr der Kathedrale, sagte: „Wenn sich hier Kölner und Migranten um den Dom versammeln, dann ist das auch ein gutes Zeichen.“

In Hamburg war die Polizei in diesem Jahr mit Absperrgittern, zusätzlicher Straßenbeleuchtung und Videoüberwachung vertreten. In der Silvesternacht waren laut Polizei verhältnismäßig wenige Frauen und viele Männer mit augenscheinlichem Migrationshintergrund auf der Reeperbahn unterwegs. Die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe bewege sich in einem „sehr geringen Maß“, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor.

In München sei „gar nichts“ Derartiges gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Allerdings sei es für eine seriöse Bilanz auch noch viel zu früh, schob er nach. „Die Erfahrung zeigt, dass so etwas oft erst ein, zwei Tage später angezeigt wird.“

Auch in vielen anderen deutschen Städten sollte ein Polizeiaufgebot Übergriffe wie vor zwei Jahren verhindern.

Allzu dick anziehen mussten sich die Feiernden in Deutschland draußen nicht: Überall im Land war es relativ mild, der Wärmerekord wurde aber knapp verfehlt. Nach vorläufigen Auswertungen des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Offenbach wurde am Silvester-Nachmittag 2017 im badischen Rheinfelden mit 16,1 Grad am Rekord nur gekratzt. 1961 war es am Silvestertag allerdings mit 17 Grad noch etwas wärmer gewesen. In der Nacht sollte es aber vielerorts regnen und sehr windig werden.

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