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Berlinale : Glitzern für den Frieden

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Frieren für den guten Zweck: Milla Jovovich in Berlin Bild: AP

Glitzern gehört zum Handwerk in der Filmbranche - glücklicherweise nicht nur aus Eigennutz, sondern auch für den guten Zweck. „Cinema for Peace“ nannte sich die Montags-Gala auf der Berlinale, deren Erlös vor allem Unicef zugute kommen soll.

          Benefiz bei der Berlinale: Stars wie Christopher Lee, Milla Jovovich und Bob Geldof haben sich am Montag abend bei der Gala „Cinema for Peace“ für den guten Zweck eingesetzt. Der Abend im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt gilt als ein Glanzlicht des Filmfestivals. Ganz so groß wie sonst war das Staraufgebot aber nicht. Hollywood-Star Richard Gere sollte als zentraler Redner auftreten, wie in den Vorjahren schon Dustin Hoffman und Tim Robbins. Wegen eines Schneesturms konnte er jedoch nicht aus New York abfliegen und mußte seinen Auftritt absagen, wie es hieß.

          Die russisch-amerikanische Schauspielerin Milla Jovovich („The Million Dollar Hotel“), die im festlich geschmückten Saal neben Regisseur Wim Wenders saß, eröffnete den Abend und rief die Gäste zu Spenden auf. Politiker, Musiker und Künstler hätten eine Verantwortung, auf das Elend der Welt aufmerksam zu machen, sagte die 30jährige, die sich für die Aidsforschung einsetzt und als Ehrengast geladen war.

          Lee für Unicef

          Der britische Schauspieler Christopher Lee (83) erinnerte an das 60jährige Bestehen des UN-Kinderhilfswerks Unicef und rief zum Kampf gegen Armut auf. „Jeden Tag sterben 30.000 Kinder vor ihrem fünften Geburtstag“, kritisierte er. Der Erlös der Gala soll Unicef sowie Elizabeth Taylors Stiftung für die Aidsforschung zugute kommen.

          Frieren für den guten Zweck: Milla Jovovich in Berlin Bilderstrecke

          Geldof zeichnete George Clooneys „Good Night, and Good Luck“ als wertvollsten Film des Jahres aus, dieser handelt von der Kommunistenverfolgung in den Vereinigten Staaten der fünfziger Jahre. Clooney bedankte sich in einer Videobotschaft und erzählte, er sei nach einer Amerika-kritischen Rede bei „Cinema for Peace“ in seiner Heimat als „Verräter“ beschimpft worden. In gewisser Weise habe ihn dies dazu gebracht, den Film über die McCarthy-Ära zu drehen. Wenders übergab einen Gala-Ehrenpreis an Michael Winterbottom, dessen Film „The Road to Guantánamo“ am Dienstag im Berlinale-Wettbewerb läuft.

          Gutes Geld für Endspiel-Tickets

          Unter den rund 600 Gästen waren Festivalchef Dieter Kosslick, Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), die deutsche Unicef-Vorsitzende Heide Simonis, Schauspieler wie Katja Riemann, Jan Josef Liefers und Moritz Bleibtreu sowie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Kosslick scherzte auf der Bühne: „Ich bin sehr glücklich, Richard Gere zu ersetzen.“

          Bei einer Benefizauktion gab es unter anderem zwei Karten für das Endspiel der Fußball-WM, die für 15.000 Euro den Besitzer wechselten, und einen von George Clooney signierten Basketball, der 3800 Euro einbrachte. Für musikalische Unterhaltung sorgte der chinesische Starpianist Lang Lang. Besonders viel Blitzlichtgewitter gab es am roten Teppich für die Crew des hoch gelobten Berlinale-Beitrags „Knallhart“: Regisseur Detlev Buck, Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen und Filmsohn David Kross.

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