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Beratung für die Zukunft : Abi. Was nun?

Bild: Maximilian von Lachner

Wenn die letzte Klausur geschrieben und das Bier mit dem Kumpel ausgetrunken ist, stehen teure Berater bereit. Sie erklären Abiturienten, was die mit ihrer Zukunft anstellen können. Katrin Hummel hat einen von ihnen begleitet.

          9 Min.

          „Weiß ich nicht“, sagt Jakob auf die Frage, was er studieren will. Nur dass er überhaupt studieren will, das ist dem 18 Jahre alten Abiturienten aus Bonn klar. Warum er das so genau weiß? „Keine Ahnung.“ Zwar spielt Jakob Tennis und Klavier, er kickt gern mit Freunden und ist ein begeisterter Skifahrer, aber was seine Zukunft angeht, guckt er trotzdem völlig in die Röhre. „Mich interessiert nichts so eindeutig, dass ich mich darauf beschränken könnte. Ich kann zwar viele Dinge ausschließen, zum Beispiel Medizin, Jura, Architektur und Kunst, aber das reicht ja nicht, um andererseits etwas einzugrenzen“, erklärt er.

          Katrin Hummel
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch die Unternehmungen, die er von der Schule aus mitgemacht hat, halfen da nicht viel: „Wir waren bei der Berufsberatung im Jobcenter, da mussten wir so einen Test machen. Der ergab, dass ich Holzfäller werden sollte. Das war Schwachsinn.“ Bei seinen Mitschülern sei es ähnlich gewesen. Keinem habe es was gebracht. Auch die Hochschultage habe er mit seiner Jahrgangsstufe besucht, „aber die Beratung war nicht individuell dort, vielmehr haben da nur Universitäten und Unternehmen Werbung für sich gemacht.“

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