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Bryan Cranston als Walter White in Breaking Bad Bild: Frank Ockenfels/AMC

Interview mit Bryan Cranston : „Das war absurd großes Glück“

  • -Aktualisiert am

Bryan Cranston wurde mit „Breaking Bad“ zum Star, nun gibt er einem animierten Hund seine Stimme. Im Gespräch verrät er, was zu Beginn seiner Karriere alles falsch gemacht hat.

          Im neuen Animationsfilm „Isle of Dogs“ von Wes Anderson sprechen Sie die Rolle des Hunds „Chief“. War es eine Ihrer Qualifikationen für diese Aufgabe, dass Sie zeitweilig auch schon als „Voice Actor“ für japanische Anime-Filme gearbeitet hatten?

          Ich habe sogar eine Rolle in den „Power Rangers“ gesprochen. Und wissen Sie was? In den Vereinigten Staaten wurde der blaue „Power Ranger“ sogar nach mir benannt. Jetzt sind Sie beeindruckt, oder?

          Allerdings.

          Ich habe alles Mögliche gesprochen und synchronisiert. Als Anfänger habe ich damals jeden Job angenommen, den ich kriegen konnte. Das versuche ich auch immer jüngeren Kollegen klarzumachen, die mich um Rat fragen. Wenn sie von mir wissen wollen, welche Rolle sie annehmen sollen, antworte ich: den nächsten Job, den man dir anbietet! Selbst wenn du die Rolle nicht magst, kannst du immer ungeheuer viel lernen. Du musst ja erst mal einen eigenen Geschmack entwickeln und herausfinden, was dir liegt und was weniger. Glücklicherweise bin ich jetzt in einer Position, in der ich etwas mehr Kontrolle über meine Karriere habe. Aber das muss man sich erst mal erarbeiten. Und dazu gehört auch Erfahrung. Heute muss ich nicht mehr jeden Job annehmen. Das ist ein gutes Gefühl.

          Warum haben Sie diese Rolle angenommen?

          Die Frage kann ich mit zwei Worten beantworten: Wes Anderson. Da muss ich dann eigentlich nicht mal wissen, worum es im Drehbuch geht, welche Geschichte er erzählen will. Wes hat mich angerufen, und noch bevor er mir erklärt hatte, was ich machen soll, hatte ich zugesagt. Ich weiß, was er drauf hat. Er hat eine ganz besondere Art, Geschichten zu erzählen. Und obwohl er aus den Vereinigten Staaten stammt, wirken seine Filme sehr international. Wenn man schreibt, bringen sie einem bei, dass man über etwas schreiben soll, das man kennt; ich versuche, beim Schreiben immer Themen zu finden, bei denen ich Experte bin. Es ist faszinierend, wie Wes diesen Kreis aufbricht und sich anderen Kulturen, Sprachen und Befindlichkeiten öffnet. Er studiert andere Welten. Das ist sehr mutig und faszinierend. Denn er betritt eine Welt, die er nicht wirklich kennt.

          Wie gelingt ihm das?

          Wissen Sie, warum er so ein phantastischer Regisseur ist? Er hat eine ganz besondere Vorstellungskraft, eine ganz lebendige Phantasie, die es ihm ermöglicht zu zaubern. Man sieht sich diesen Film an und denkt: Wow! Genau so sollte Kunst sein. Man lädt dich in eine neue Welt ein, die du vorher gar nicht kennen musst, um sie zu schätzen. Ich gehe ja auch ins Kino, um etwas zu entdecken, das ich nicht kenne. Ich will etwas lernen und fühlen, das ich nicht erwartet habe. Und das gelingt Wes immer wieder. Er schickt dich auf eine Reise. Die hat nicht immer eine direkte Route von A nach B. Er insistiert nie. Er weiß zwar genau, was er will, aber manchmal kennt er den Weg dorthin noch nicht, was er offen zugibt. Und es gibt nichts Bezaubernderes als einen erwachsenen Menschen, der dir seine Schwäche zeigt. Der Effekt ist, dass du als Schauspieler versuchst, ihm dabei zu helfen. Dadurch engagiert man sich stärker als sonst.

          „Du musst alles geben“: Die Schauspielerei, sagt Bryan Cranston, kann hart sein. Einen anderen Beruf aber konnte er sich nie vorstellen.

          Ihre Mutter hat als Schauspielerin beim Radio gearbeitet. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

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