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Bei Änderungen des Fluges : Fluggesellschaften müssen Passagiere frühzeitig informieren

Ein Passagierflugzeug befindet sich kurz nach dem Start vom Frankfurter Flughafen im Steigflug. Künftig müssen Fluggesellschaften Passagiere rechtzeitig über Änderungen des Fluges informieren. (Archivbild) Bild: dpa

Passagiere müssen künftig über Änderungen an Flügen unterrichtet werden – mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit. Grund für das Urteil des Amtsgerichts Nürnberg ist die Klage eines Mannes.

          Eine Fluggesellschaft ist nach der Fluggastrechteverordnung dazu verpflichtet, Kunden mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit über eine Änderung zu unterrichten. Das hat das Amtsgericht Nürnberg in einem Urteil entschieden. Geklagt hatte ein Mann, der am 3. August 2018 um fünf Uhr morgens zusammen mit seiner Frau und den beiden minderjährigen Kindern von Nürnberg nach Rhodos fliegen wollte. Die Fluggesellschaft hatte schon am 25. Mai 2018 beschlossen, den Flug von fünf Uhr auf 18. 05 Uhr zu verlegen. Über die geänderte Abflugzeit hatte die Fluggesellschaft den Fluggast jedoch erst am 21. Juli 2018 per E-Mail informiert.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Kläger hatte am 19. Juli 2018 versucht, über die Internetseite der Fluggesellschaft Sitzplätze zu reservieren. Dort waren die geänderten Flugzeiten schon eingetragen. Die Fluggesellschaft vertritt daher die Auffassung, dass dem Kläger kein Anspruch mehr zustehe, da der in der Fluggastrechteverordnung geregelte „Ausnahmefall einer rechtzeitigen Information“ erfüllt sei, die mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit erfolgen muss. Doch nach Ansicht des Amtsgerichts ist der Kläger nicht rechtzeitig über die Annullierung der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet worden.

          Diese Information hätte der Kläger spätestens am 20.Juli 2018 um fünf Uhr bekommen müssen. Tatsächlich habe diese ihn aber erst am 21. Juli 2018 informiert. Dass die Fluggesellschaft auf ihrer Internetseite schon früher die geänderten Abflugzeiten angegeben hatte, genügt nach Ansicht des Gerichts nicht: „Informieren“ im Sinn der Fluggastrechteverordnung bedeute ein „bewusstes und zweckgerichtetes“ Übermitteln von Informationen an einen konkreten Adressaten. Das Amtsgericht hat somit dem Kläger 1600 Euro als Anspruch auf Ausgleichszahlung aus der Fluggastrechteverordnung zugesprochen. Das Urteil (Aktenzeichen 19 C 7200/18) ist nicht rechtskräftig.

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