https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/begraebnis-der-queen-die-letzte-reise-von-koenigin-elisabeth-ii-18313936.html

Millionen Menschen erwartet : Die letzte Reise von Königin Elisabeth II.

Der Sarg von Königin Elisabeth II. auf dem Weg nach London. Bild: AP

Schon seit Montagmittag warten die Ersten auf die Ankunft des Sargs von Elisabeth II. Am Dienstagabend wurde die Königin von Schottland nach London übergeführt. Dort wollen Hunderttausende von ihr Abschied nehmen.

          2 Min.

          Sie sind schon in Stellung gegangen. Und eine der Ersten, wenn nicht die Erste, ist Vanessa Nathakumaran: Seit Montag­mittag um kurz vor zwölf steht die 56 Jahre alte Frau aus Harrow nahe London auf der Lambeth-Brücke, nur wenige Gehminuten von Westminster Hall entfernt, wo am Mittwoch der Sarg ihrer Königin eintrifft. Dort wird er dann von 17 Uhr an bis Montagmorgen um 6.30 Uhr öffentlich auf einem Katafalk ausgestellt – und das rund um die Uhr. Hunderttausende werden erwartet, die Wartezeiten, um überhaupt nur in die Nähe der Toten zu kommen, sollen sich auf bis zu zwölf Stunden belaufen.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Vanessa Nathakumaran ficht das nicht an. Das lange Warten störe sie nicht, darüber denke sie gar nicht nach. Sie habe nur ihr Ziel vor Augen, der Frau ihren Respekt zu zollen, die so viel für ihr Land und auch das Commonwealth getan habe. Ihre Töchter brächten ihr zwischendurch etwas zu essen und zu trinken und auch Kleidung zum Wechseln, erzählte sie am Montag dem Sender ITV News. Ob sie tatsächlich auch die Nacht auf der Brücke verbrachte, war am Dienstag noch offen.

          Millionen Menschen erwartet

          Am Dienstagabend war der Leichnam der verstorbenen Königin von Schottland nach England überführt worden. Mit einer Transportmaschine der britischen Luftwaffe und in Begleitung von Elisabeths Tochter Prinzessin Anne wurde der Sarg von Schottland zum Luftwaffenstützpunkt Northolt im Westen der britischen Hauptstadt geflogen. Derweil laufen die Vorbereitungen für die Aufbahrung von Elisabeth II. und vor allem auch die Prozession, mit der ihr Sarg zunächst am Mittwoch vom Buckingham-Palast zur Westminster Hall gebracht wird. In der Nacht zu Dienstag fanden die ersten Generalproben statt, mit einer schwarz verhüllten Holzkiste. Elisabeths Sarg wird am Mittwoch vom Royal Standard bedeckt sein, zudem werden Reichsapfel und Zepter auf ihm ruhen, die wichtigsten Insignien der Monarchie.

          Der neue Leiter der Metropolitan Police Force, Sir Mark Rowley, sprach von einer „massiven Herausforderung“, die seinen Beamten in den nächsten Tagen bevor­stehe. Die Schlange der Wartenden könnte mehrere Kilometer lang sein und sich auf der Südseite der Themse bis mindestens zur Tower Bridge ziehen. Das letzte Mal gab es im Frühjahr 2002 eine Aufbahrung in der Westminster Hall. Damals kamen geschätzte 200.000 Menschen, um sich von Königin Elisabeths Mutter, der Queen Mum, zu verabschieden. Dieses Mal könnten es mehr als eine Million sein. Zum Begräbnis am Montag werden allein zwei Millionen Menschen erwartet. 

          Auch am wichtigsten Flughafen des Landes London-Heathrow wird es am Mittwoch zu Einschränkungen kommen. Aus Respekt vor der verstorbenen Königin wird es zu Flugverzögerungen kommen, da unter anderem die Einflugschneisen über der Innenstadt während der Prozession nicht verwendet werden.

          Es gibt strikte Vorgaben für das Anstehen: Ein kleiner Rucksack ist erlaubt, ein Klappstuhl nicht. Eigentlich soll auch niemand gezwungen sein, im Freien zu übernachten. Darum sollen Armbänder mit Nummern ausgegeben werden. Doch ob die Wartenden ihre Plätze einfach so freigeben, ist zweifelhaft. Darum empfiehlt die Regierung, an angemessene Kleidung zu denken (zumindest an diesem Mittwoch soll es regnen), an Essen und Trinken, auch an Medikamente. Und natürlich an die Möglichkeit, sein Handy aufzuladen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kriminelle Familie? Beim Arbeitsessen von Präsident Putin und seinem amerikanischen Amtskollegen George W. Bush macht der vorbestrafte Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin (rechts stehend), Gründer der Wagner-Privatarmee und einer Internet-Trollfabrik, die Honneurs.

          Putins Kriegsmotive : Ein Krimineller im Politiker-Kostüm

          Was ist, wenn etwas ganz anderes dahintersteckt? Ein französisches Magazin will den wahren Hintergründen für Putins Ukrainekrieg auf die Spur gekommen sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.