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Surfen mit Hund : Brettgefährten

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Ein Surfgang mit Hund? Kaum jemand wollte ihm das glauben. Es klang wie eine der verrückten Ideen, die aufkommen, wenn auf Partys weinselig diskutiert wird, die dann aber bald wieder vergessen sind. Bei Bastien war das anders. Er zog die Sache durch. Und Al machte sich prima als Surfbuddy. Oder sagen wir: den Umständen entsprechend. Denn das Board war anfangs zu glatt. Eine Schicht Surfwachs mag Menschenfüßen Halt geben, aber nicht harten Hundepfoten. Der Parson Russell glitt immer wieder vom Brett. Die Sache war zu gewagt. So konnten die beiden jahrelang nur ab und zu gemeinsam surfen. Bis Bastien auf den Gedanken kam, auf die gesamte Oberfläche Antirutschpads zu kleben. Seither sieht man sie regelmäßig bei gemeinsamen Sessions. Bastien ist Mitgründer eines kleinen Unternehmens. Es entwickelt Soundsysteme, die in Wänden und Bildern verschwinden. „Wenn die Bedingungen gut sind, gehen wir jeden Tag“, sagt Bastien über das Surfen zu zweit. Auf diese Weise hat Al an der Leidenschaft seines Besitzers teil und freut sich über das Miteinander jenseits des Gassigehens.

Nicht der Hund, sondern der Mensch ist an der Leine

Al trottet hinter Bastien die Steinstufen zum Strand hinunter. Bastien trägt das sperrige Brett über die ersten Felsen und schiebt es dann durchs Wasser, dorthin, wo er die besten Chancen sieht, mit Hund über die brechenden Wellen hinwegzukommen. Al springt von Fels zu Fels am Meeressaum entlang, bis Bastien ihn mit einem Pfiff zu sich ruft. Al springt in die Fluten und schwimmt zum Brett, Bastien packt ihn am Griff der Rettungsweste und setzt ihn aufs Surfboard. Sein Platz ist ganz vorn, wo er nicht stört und Bastien ihn im Blick hat. Dass ihm die Gischt ins Gesicht spritzt, scheint ihm nichts auszumachen. Er beweist ein gutes Gespür, wie er sich in die Kurven legen muss und kann sogar Hang Ten - das machen Longboardfahrer, wenn sie auf der Welle zur Boardspitze spazieren und dort die Fußzehen über die Kante hängen lassen. Bei Al wäre es demnach Hang Eight.

Zwischen zwei Rides darf Al an Land dem Tennisball nachjagen. „Es ist die Mischung aus Ballspielen und Surfen, die ihm besonders gefällt“, sagt der 47 Jahre alte Bastien. Ein wenig nagt dennoch der Zweifel: Will der Hund das wirklich? „Er ist ja nicht angebunden. Wenn er nicht möchte, springt er sowieso runter.“ Tatsächlich hat in diesem Fall der Mensch die Leash, die Leine, am Bein, damit das Board nicht verloren geht.

Auch Neoprenanzüge für Hunde erhältlich

In Frankreich waren Bastien und Al Pioniere mit ihren Surfsessions. Vor zwei Jahren stand der Terrier als erster Hund den Mascaret von Saint Pardon, eine Gezeitenwelle auf der Dordogne. Bis heute gehen wenige Surfer mit ihren Lieblingen regelmäßig in die Wellen. An der baskischen Küste sind Bastien und Al die Einzigen. In der Geschichte des Wellenreitens gab es immer wieder Hunde, die surften. Oft gehörten sie Wellenreitern oder Surflehrern und wollten nicht nur am Strand warten. Inzwischen wird das Interesse größer. Immer mehr Menschen möchten das Surfen mit Hund ausprobieren. „Immer mehr gewinnen Vertrauen“, hat Bastien beobachtet.

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