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Hamburger Lokal-Bekanntheit : Barbara Ossenkopp in Indonesien gestorben

  • -Aktualisiert am

Im Jahr 2011 in Indonesien: Barbara Ossenkopp Bild: Panfoto/Hinrich Schultze

In Hamburg war Barbara Ossenkopp einst als „Chinesen-Babs“ bekannt. Nun starb sie im Alter von 78 Jahre nach einer Infektion mit dem Coronavirus in einer indonesischen Klinik.

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          Ihr Leben war schillernd und voller ungewöhnlicher Wendungen. Es endete einsam und traurig. Die frühere Striptease-Tänzerin, Schauspielerin und Tierschützerin Barbara Ossenkopp ist am späten Freitagabend im Alter von 78 Jahren in Jakarta gestorben. Schon vor längerer Zeit war die aus Lüneburg stammende Deutsche an Parkinson und Leukämie erkrankt. Anfang vergangener Woche war sie wieder ins Krankenhaus gekommen. Sie wurde positiv auf das Coronavirus getestet und musste schließlich auf der Intensivstation beatmet werden. Ohne das Beisein von Freunden und Familie wurde sie am Samstag von Männern in weißen Plastikanzügen auf einem Spezialfriedhof für Corona-Tote in Jakarta bestattet. Ein einfaches weißes Holzkreuz markiert nun ihre letzte Ruhestätte.

          In Indonesien hatte die Frau, die auf der Reeperbahn einst als „Chinesen-Babs“ bekannt war, die vergangenen Jahrzehnte verbracht. Zuerst lebte sie auf Bali. In den vergangenen 20 Jahren war sie Freundin, Helferin und engste Vertraute von Ulrike Freifrau von Mengden, die in einem Zoo in Jakarta eine Rettungsstation für Orang-Utans leitete. Als die Freundin im vergangenen Jahr wenige Monate vor ihrem 100. Geburtstag starb, verarmte Ossenkopp und lebte in einer einfachen Siedlung der Metropole.

          Vergessen war die einstige Lokal-Bekanntheit vom Hamburger Kiez dennoch nicht. Ihre alten Freunde in Hamburg sammelten Geld, damit sie sich die teure Blutwäsche leisten konnte. Udo Lindenberg spendete allein 5000 Euro. Aus der erhofften Rückkehr nach Deutschland wurde aber nichts, weil ihr schlechter Gesundheitszustand die Flugreise nicht erlaubte. In Jakarta kümmerten sich indonesische Freundinnen und Auslandsdeutsche um sie, manche spendeten auch Blut. Von den Geldspenden wird nun ihre Bestattung bezahlt. Was übrig bleibt, soll an ein Tierschutzprojekt gehen oder an einen Fonds für in Jakarta gestrandete Personen, die sich in einer ähnlich schwierigen Lage befinden.

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