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Bambi-Gala : Glamour und Emotionen: Boulevardblätter am Pranger

  • Aktualisiert am

Bambi-Siegerin Sibel Kekilli Bild: AP

Burda und Bambi riefen - und fast alle kamen nach Hamburg. Für echten Glanz auf der Gala sorgte vor allem Sibell Kekilli, die mit deutlichen Worten die Boulevardblätter an den Pranger stellte.

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          Gefeierte Auftritte und bewegende Momente beim Bambi 2004: Stars wie die Hollywood-Schauspieler Tom Hanks und Sophia Loren sowie Ohnsorg-Legende Heidi Kabel haben der Medienpreis-Gala in Hamburg Glanzpunkte beschert. Auch die Pop-Stars Elton John, Seal und Shania Twain sowie die italienische Designerin Donatella Versace nahmen unter viel Beifall der 1000 geladenen Gäste im „Theater im Hafen“ die begehrte Trophäe entgegen. Unter Tränen und dem Applaus der Zuschauer machte „Gegen die Wand“-Star Sibel Kekilli ihrer Wut über Berichte zu früheren Porno-Filmen in der Boulevardpresse Luft.

          Unter Tränen brachte Kekilli in deutlichen Worten ihre Medien-Kritik vor. Nachdem die 24jährige sich bei Freunden und Bekannten bedankt hatte, rief sie: „Und denen ich nicht danke, das sind 'Bild' und 'Kölner Express'. Hört endlich auf mit dieser dreckigen Hetzkampagne. Das, was ihr macht, nennt man Medienvergewaltigung.“ Sie forderte Respekt für ihr neu begonnenes Leben ein.

          Heidi Kabel: „So, da bin ick“

          Emotionen pur brachte auch Ohnesorg-Schauspielerin Heidi Kabel auf die Bühne, als sie ihr Publikum mit plattdeutscher Begrüßung gleich für sich einnahm: „So, da bin ick. Ich freue mich, daß ich hier bin“, sagte die 90jährige und plauderte munter drauflos. Ihr Laudator, TV-Schauspieler Jan Fedder, hatte Mühe, die Hamburger „Deern“ zum Abtreten zu bewegen. „Sie hatte einfach Talent, was für ein geiler Satz in der heutigen Zeit“, würdigte er die Karriere der Volksschauspielerin. Mit ihrer Herzensfrische brachte sie auch Hollywood-Größe Hanks zum Lachen.

          Bambi-Siegerin Sibel Kekilli Bilderstrecke

          Der Oscar-Preisträger war als einer der ersten gekommen und wurde zum Ende der Gala geehrt: „Forrest Gump“-Darsteller Hanks erhielt von der italienischen Film-Diva Sophia Loren den Bambi - für seinen neuen Kinofilm „Polarexpress“. Darin spielt das Multitalent fünf verschiedene Rollen. Mit Kniefall und Handkuß drückte der 48jährige„der Göttin Sophia“ seinen Respekt aus.

          Große Show ohne Überraschungen

          Die Gala verlief ohne Pannen, bis auf die spontanen Äußerungen Sibell Kekillis aber auch ohne große Überraschungen. Lediglich Moderator Johannes B. Kerner, der den Abend gemeinsam mit Kollegin Sandra Maischberger und Top-Model Eva Padberg präsentiert hatte, sowie Soul-Star Seal wußten von ihrer Auszeichnung vorher nichts. Der Burda-Verlag, der das goldene Rehkitz zum 56. Mal vergab, hatte die anderen Preisträger bereits im Vorfeld bekannt gegeben. Moderator Günther Jauch und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer durften sich für das Prominentenspecial von „Wer wird Millionär?“ über den live gewählten Publikumspreis für das Fernsehereignis des Jahres freuen.

          Der 57jährige Elton John nannte die Bambi-Auszeichnung für sein Engagement gegen Aids eine „große Ehre“. Es sei „ein andauernder Kampf“, den man gegen die Immunschwächekrankheit führe, sagte der Brite. „Die Krise scheint nicht kleiner, sondern größer zu werden.“ Auch Nelson Mandela und DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp, die ebenfalls für ihren Einsatz gegen die Krankheit ausgezeichnet wurden, forderten dazu auf, „die Herzen“ für den Kampf gegen Aids zu öffnen. Mandela selbst konnte wegen einer Krankheit den Preis nicht persönlich entgegennehmen.

          Der Auftakt zu der Show war indessen recht stürmisch verlaufen. Ungemütliches Novemberwetter hatte die Stars aus dem In- und Ausland zu Beginn der Medienpreis-Nacht empfangen. Das Defilee über den roten Teppich im Musicalzelt „König der Löwen“ konnten sie aber trockenen Fußes bewältigen und sich ausgiebig dem Blitzlichtgewitter der Fotografen stellen.

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