https://www.faz.net/-gum-8kkeh

Kindergeschrei : Babys weinen je nach Sprache anders

  • Aktualisiert am

Forschungen haben ergeben, dass Babys Bausteine ihrer Muttersprache frühzeitiger aufnehmen als bisher angenommen. Bild: dpa

Forscher der Universität Würzburg haben festgestellt, dass Babys aus verschiedenen Ländern unterschiedlich weinen. Besonders die Kinder aus Kamerun und China unterscheiden sich von den kleinsten Deutschen.

          1 Min.

          Neugeborene aus China und Kamerun weinen anders als deutsche Babys. Das haben Forscher der Universität Würzburg in zwei Studien herausgefunden, wie die Universität am Freitag mitteilte. „Ihr Weinen glich mehr einem Singsang“, schrieb die Würzburger Sprachforscherin Kathleen Wermke. Nach Ansicht der Wissenschaftler liegt das daran, dass in den jeweiligen Muttersprachen die Tonhöhe, in der eine Silbe ausgesprochen wird, eine wichtigere Bedeutung hat als im Deutschen.

          Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass Neugeborene offenbar schon direkt nach der Geburt damit anfangen, Bausteine ihrer Muttersprache aufzunehmen – nicht erst, wenn Babys anfangen zu brabbeln oder erste Wörter von sich zu geben. Nachdem die Kinder bereits im letzten Drittel der Schwangerschaft im Bauch der Mutter deren Sprache kennenlernten, zeigten sie in ihrem Weinen charakteristische melodische Muster, die von der Umgebung beeinflusst seien.

          Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studien 55 Neugeborene aus Peking und 21 aus dem Volk der Nso im Nordwesten Kameruns. In beiden Fällen werden mit Mandarin und Lamnso sogenannte tonale Sprachen gesprochen. Dabei sind auch die Tonhöhen, in denen Silben oder Wörter ausgedrückt werden, entscheidend für deren Bedeutung. Bei den Kindern war nicht nur der Abstand zwischen dem tiefsten und dem höchsten Ton deutlich größer als bei den deutschen Babys, auch das kurzzeitige Auf und Ab der Töne fiel intensiver aus. Extra zum Weinen gebracht wurden die Babys nach Angaben der Universität nicht. „Wir haben nur spontane Lautäußerungen aufgezeichnet, in der Regel immer dann, wenn sich ein Baby bemerkbar machte, weil es Hunger hatte“, sagte Forscherin Wermke.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gestärkt: Der türkische Staatspräsident Erdogan spricht am Sonntag mit türkischen Journalisten

          Türkische Offensive : Erdogans Gewinn

          Wieder einmal stärkt eine Krise, die der türkische Staatspräsident ausgelöst hat, seine innenpolitische Stellung. Die ausbleibende internationale Unterstützung aber dürfte einen hohen Preis haben.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Emre Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.
          Was denkt die Queen über den Brexit? Die britische Königin Elisabeth II. im Mai 2019.

          Brexit-Streit : Die Queen liest Johnson

          Elisabeth II. trägt an diesem Montag im Unterhaus das Regierungsprogramm des Premierministers Boris Johnson vor. Im Zentrum steht der Brexit-Prozess, der gerade in einer entscheidenden Phase ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.