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Baby-Planner : Plan B fürs Baby

  • -Aktualisiert am

Arzt, Einrichtung, Kleider: Auf junge Eltern kommt viel Arbeit zu. Bild: Illustration Isabel Klett

Wenn sich ein Kind ankündigt, geraten Eltern nicht selten in Panik. Entscheidungen müssen getroffen und viele Dinge organisiert werden. Seit neuestem gibt es „Baby-Planner“, die alles erledigen.

          Sobald eine Frau zum ersten Mal schwanger ist, schießen ihr Hunderte von Fragen durch den Kopf. Wie wird es sein mit Kind? An was muss ich alles denken? Der Arbeitgeber muss informiert, die Zeit mit Kind danach geplant werden. Entscheidungen müssen getroffen werden: Hausgeburt? Geburtshaus? Krankenhaus? Auch bei der Ausstattung gibt es tausend Möglichkeiten: Tragetuch oder Kinderwagen? Babybett oder Wiege? Was ist mit einer Wippe? Oder doch ein Laufgitter?

          Die Palette ist riesig und das Angebot für werdende Eltern schier endlos. Sich hier zurechtzufinden, an alles zu denken und alle Entscheidungen zu treffen kann schnell überfordern, vor allem, wenn die eigene Familie oder Freunde nicht unterstützend mit Rat und Tat zur Seite stehen können, weil sie etwa in einer anderen Stadt oder einem anderen Land wohnen.

          Unterstützung fürs Organisatorische

          Deshalb gibt es jetzt einen neuen Service: So wie sich Paare Unterstützung bei ihrer Hochzeit mit Hilfe eines „Wedding Planner“ holen, können werdende Eltern in einigen deutschen Großstädten jetzt auch einen „Baby-Planner“ engagieren: Der hilft werdenden Müttern bei der Suche nach einer passenden Hebamme, dem richtigen Geburtsort, aber auch bei Anträgen zu Elterngeld sowie bei Fragen zur Baby-Erstausstattung.

          „Wir unterstützen werdende Familien und helfen ihnen, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen“, erklärt Baby-Planner Ulrike Käfer aus Berlin das Konzept ihres Unternehmens Maternita. Kunden sind zum Beispiel Familien, die neu nach Berlin gezogen sind und sich mit den Strukturen vor Ort nicht auskennen, aber auch Frauen, die im Krankenhaus liegen und sich nicht um das Organisatorische für die erste Zeit mit Baby kümmern können oder kurzfristig Unterstützung benötigen.

          Kontakte und Kenntnisse

          „Vor allem, wenn es schnell gehen muss, haben wir Kontakte, um Müttern zu helfen“, so Käfer. Von diesem Netzwerk hat auch Andrea Zschocher aus Berlin profitiert. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes ist sie schwer krank geworden und lag im Krankenhaus. In der ersten Zeit konnte sich zwar ihr Mann um die kleine Tochter und den neugeborenen Sohn kümmern, aber als sie wieder zu Hause war, hat sie gemerkt, dass sie noch nicht die nötige Kraft hatte, sich um ihre Kinder zu kümmern.

          Daraufhin hat sie bei der Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragt: „Das war auch kein Problem, aber suchen musste ich dann selbst eine“, erzählt sie. Und quasi ab sofort jemanden zu finden habe sich als fast unmöglich erwiesen. „Von Maternita hatte ich von einer Freundin erfahren, ich fand das Angebot interessant, dachte aber nicht, dass ich es einmal nutzen würde“, sagt Zschocher. Dann entschied sie sich doch anzurufen, und Maternita organisierte in kürzester Zeit eine Haushaltshilfe.

          Unsicherheit bei Hilfen vom Staat

          „Wir helfen, Türen zu öffnen, die die werdenden Mütter und Väter vorher nicht kannten“, sagt Käfer. „Wenn etwas nicht klappt, dann versuchen wir, Alternativen zu finden.“ Viel Unsicherheit gebe es immer beim Thema Eltern- und Kindergeld. „Familien haben hier oft tausend Fragen, was es zu beachten gilt oder welche Fristen einzuhalten sind“, so die Maternita-Gründerin.

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