https://www.faz.net/-gum-9059a

Schwerkranker Säugling : Charlie Gard soll wohl im Hospiz sterben

Connie Yates, die Mutter des schwerkranken Säuglings, trifft am Mittwoch vor dem Gerichtsgebäude in London ein. Bild: AP

Die Eltern wollten, dass ihr schwerkrankes Baby zuhause stirbt. Das Krankenhaus wies das als unpraktikabel zurück. Jetzt wurde wohl ein Kompromiss gefunden.

          Das tödlich erkrankte Baby Charlie Gard wird seine letzten Stunden möglicherweise in einem Hospiz verbringen. Bei einer weiteren Anhörung vor dem High Court in London signalisierten Charlies Eltern, Connie Yates und Chris Gard, am Mittwoch ihre Zustimmung zu diesem Plan. Sie haben offenbar die Zusagen eines Arztes sowie einer Schwester, sich um das Baby in dessen letzten Tagen außerhalb des Krankenhauses zu kümmern, in dem Charlie bisher behandelt wurde.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Zuvor hatte das Great Ormond Street Hospital den Eltern die Bitte abgeschlagen, ihren Sohn zuhause „in Stille“ sterben zu lassen. Dies sei nicht „praktikabel“, weil in der Wohnung der Eltern eine Intensivstation eingerichtet werden müsse, argumentierten die Rechtsvertreter des Krankenhauses. Sie sprachen von Ärzten und Schwestern, die das Baby rund um die Uhr betreuen müssten. Außerdem passe das Beatmungsgerät nicht durch die Wohnungstür.

          Genetische Erkrankung MDDS

          Charlies Eltern hatten beklagt, dass ihre Wohnung gar nicht in Augenschein genommen worden sei. Zudem hatten sie sich bereit erklärt, entstehende Kosten zu übernehmen. Das Angebot eines Vermittlers hatten die Eltern abgelehnt und abermals das Gericht angerufen. Das Verhältnis zwischen ihnen und der Leitung des Krankenhauses gilt nach zahlreichen Rechtsstreiten als zerrüttet.

          Charlie leidet unter der seltenen genetischen Erkrankung MDDS, die sein Gehirn und seine Muskeln in Mitleidenschaft gezogen haben. Die Krankheit gilt als unheilbar, weshalb die Ärzte des Krankenhauses die Behandlung einstellen wollen. Ein Versuch der Eltern, dies mit Hilfe eines anderslautenden ärztlichen Gutachtens aus Amerika aufzuhalten, war unlängst vor Gericht gescheitert.

          Weitere Themen

          See-Roller statt E-Roller

          Krimineller Trend in Marseille : See-Roller statt E-Roller

          Elektro-Roller sind nicht jedermanns Liebling: Jan Böhmermann witzelte kürzlich, man solle die Dinger einfach in die Spree werfen. In Marseille ist das längst kein Witz mehr – Jugendliche versenken dort seit Wochen Roller im Meer.

          Ihm sei es nicht um Sex gegangen

          Mörder von Sophia L. : Ihm sei es nicht um Sex gegangen

          Seit Dienstag muss sich der mutmaßliche Mörder der Studentin Sophia L. vor dem Landgericht Bayreuth verantworten. Vor über einem Jahr hatte er die 28-Jährige in seinem Fahrzeug getötet. Sein Motiv für die Tat bleibt unklar.

          Topmeldungen

          Angriff auf Eritreer : Opfer wegen der Hautfarbe

          Der Schütze von Wächtersbach handelte aus rassistischen Motiven. Der niedergeschossene Eritreer war laut den Ermittlern ein Zufallsopfer. Ein Abschiedsbrief liefert ein weiteres Detail zur Tat.
          Außenminister: Jean-Yves Le Drian (links) und Heiko Maas (rechts)

          Regierungsbeschluss : Berlin will vorerst keine Schiffe an den Golf schicken

          Außenminister Heiko Maas will sich der Strategie Amerikas nicht anschließen. Da ist er sich mit seinem englischen und französischen Amtskollegen einig. Stattdessen sieht er die Anrainer in der Pflicht.
          Winfried – Markus, Markus – Winfried: Die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Bayern, Kretschmann und Söder, in Meersburg

          FAZ Plus Artikel: Bayern und Baden-Württemberg : Auf der Südschiene

          Markus Söder und Winfried Kretschmann bemühen sich um Nähe zueinander. Der eine will umweltfreundlicher wirken, der andere ein wenig konservativer. Und beide sind sich einig, dass Deutschland einen starken Süden braucht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.