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Zu Besuch in Holzkirchen : Wo die Kirche noch nicht schrumpft

  • -Aktualisiert am

Oberministranten Julia Rotter, Jonas Nerb und Julia Brunnhuber haben den Glauben in die Kirche noch nicht verloren. Bild: Jan Roeder

Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche kommt es vermehrt zu Austrittswellen. Dafür ist nicht nur der verlorene Glaube verantwortlich. Im bayerischen Holzkirchen hingegen bleiben die Menschen aktiv – doch auch sie hadern.

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          Sie hat die lange weiße Kutte übergezogen, das breite Holzkreuz umgehängt, dann tritt Julia Brunnhuber in den hohen, runden Raum und läutet entschlossen die Glocke. Der Gottesdienst in St. Josef beginnt. Brunnhuber, 19, ist Ministrantin, seit über zehn Jahren geht sie regelmäßig in die Kirche. Dabei gäbe es heute anderes zu tun. Es ist Föhn, draußen einer der letzten Spätsommertage, und wenn man den Schlagzeilen glauben darf, war Katholikin zu sein schon mal angenehmer als im Jahr 2021. „Kirchenkrise: Gläubige rebellieren gegen Kardinal Woelki“, „Von Missbrauch Betroffene werfen Kirche mangelnden Aufarbeitungswillen vor“, „Immer mehr Kirchenaustritte“.

          Julia Brunnhuber ist noch da. Obwohl sie gerade ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin abschließt, nimmt sie sich die Zeit zu erklären, warum Kutte und Kirche für sie nicht – zumindest nicht nur – Krise bedeuten. Sie hat längst Routine darin, ihre Mitgliedschaft in dieser uralten Institution zu erklären. „Wenn ich bei der Arbeit erzähle, dass ich Oberministrantin bin, dann schauen mich viele ganz schräg an.“ Oberministrantin Julia Brunnhuber lässt alle Vorwürfe der Kollegen stehen. Altmännerkirche, Missbrauchsvertuscherkirche, diskriminierend, starrsinnig, ungnädig zu allen, die nicht brav verheiratet und hetero sind.

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