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Bild: Sammlung Rauch / Interfoto / pic

Ausstellung in Österreich : Die Leiden des jungen Hitler

Verheerender Zeitgeist vor dem Ersten Weltkrieg: Die Biografie von Adolf Hitler ist kein Rätsel – und doch zeigt eine Ausstellung in St. Pölten nun Details zum frühen Leben des späteren Diktators, die dieses Wissen noch zu ergänzen vermögen.

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          Ein leicht verbogener blecherner Nachtschrank mit abgestoßenem weißen Lack vergegenständlicht jene frühe Zeit im Leben Adolf Hitlers, die noch am ehesten bekannt ist. Es sind die Jahre vor 1914, in denen Hitler als verkrachter Kunstmaler in Wien in einem Männerheim lebte. Hitlers jungen Jahren ist nun im niederösterreichischen Haus der Geschichte eine Ausstellung gewidmet, die durchaus den Ausflug nach St. Pölten lohnt. Sie zeichnet den Lebensweg des späteren Diktators Deutschlands, verantwortlich für Völkermord und Vernichtungskrieg, bis zum Ersten Weltkrieg nach. Und sie stellt ihn in den Kontext zeitgenössischer politischer, gesellschaftlicher und ideologischer Strömungen, die Hitler beeinflusst haben.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Das Männerheim war nicht einmal der Tiefpunkt im Leben des jungen Hitler, sondern bedeutete bereits eine Stabilisierung, wenn auch auf prekärem Niveau. Zuvor hatte er einige Monate in einem Obdachlosenasyl in Wien-Meidling verbracht, weil ihm Geld und Arbeit ausgegangen waren. Das Männerheim hingegen war eine soziale Einrichtung, in der Junggesellen für ein geringes Entgelt eine Schlafkabine, gemeinsame sanitäre Anlagen und Gemeinschaftsräume nutzen sowie Verpflegung erhalten konnten.

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