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Ausländische Pflegekräfte : Wenn Oma ruft, ist sie da

  • -Aktualisiert am

Reformbedarf in der Pflege: Lohn und Arbeitszeiten ausländischer Helferinnen müssen klar geregelt werden. Bild: Frank Röth

Die Pflege im Land wäre ohne Helferinnen aus dem Osten nicht zu leisten. Doch der Markt ist unübersichtlich, viele Frauen arbeiten unter prekären Bedingungen. Neue Standards sollen Ausbeutung und Chaos verhindern.

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          Sandra Meihler wollte glauben, dass es funktioniert: Als ihre demenzkranke Mutter im Alltag nicht mehr alleine zurechtkam, engagierte sie eine Betreuerin aus Rumänien, vermittelt über eine Agentur. Die Frau sollte bei ihrer Mutter wohnen, für sie kochen, mit ihr reden, beim Waschen und Anziehen helfen. Immer für drei Monate im Wechsel mit einer anderen Frau. „Eine super Lösung“, fand Meihlers Bruder. „Aber so einfach ist es nicht“, sagt Meihler selbst und ergänzt: „Meine Mutter ist schwierig. Die Frauen wollten nie ein zweites Mal kommen, also hatten wir ständig neue hier.“ Eine Betreuerin suchte Familienanschluss und stand mehrmals täglich vor Meihlers Tür, die nächste sprach nur Brocken Deutsch, was die Verständigung fast unmöglich machte, wieder eine andere war so resolut, dass es immer wieder heftigen Streit mit der Mutter gab. „Ich musste mich sehr viel kümmern“, sagt Meihler.

          Peter Schmell kommt ins Schwärmen, wenn er über Ida spricht. Ida aus Mazedonien kümmert sich seit einem Jahr um seine Frau, die nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt ist. „Wir hatten schon mehrere ausländische Hilfskräfte. Das war zum Teil schwierig, weil meine Frau schlecht Hilfe von anderen annimmt. Aber wenn Ida ins Zimmer kommt, strahlt sie. Das macht mich glücklich“, erzählt Schmell, der eigentlich – wie auch Sandra Meihler – anders heißt.

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